"Ich liebe Fahrräder"

Ein Fahrrad, das für touristische Radreisen im Einsatz ist, sollte viel leisten. Es muss zum Beispiel wesentlich robuster sein als andere Räder. Jacek Szczurek entwickelt solche Fahrräder seit mehr als 20 Jahren. Und er weiß genau, worauf es ankommt.

Eurobike Herrenrad 21-Gang

Schwere Regentropfen prasseln gegen das Werkstattfenster. Doch im Inneren ist es mollig warm. Drei Fahrrad-Mechaniker schrauben geschickt an den knallig-roten Drahteseln herum. Heute ist kein ideales Radreise-Wetter. Aber das ist okay so. Denn der Winter steht kurz bevor und die Radreise-Saison ist bereits zu Ende. Eine Pause ist in der Radreisebranche jedoch nicht in Sicht. Auch nicht für Jacek Szczurek. Für ihn und sein Team beginnt nun bereits die Vorbereitungszeit für die kommende Radsaison, die jährlich in der Osterzeit startet.

Vom Rennradfahrer zum Radmeister

Seit 1995 ist Jacek Szczurek fixer Partner führender Radreiseveranstalter in ganz Europa. Doch seine Liebe zum Radfahren begann schon viele Jahre davor. Und zwar in den 1970er Jahren in Polen. Denn dort war der heute 59-jährige Jacek zuhause. Im Alter von 18 Jahren war er begeisterter Rennradfahrer. Damals war der Radsport in Polen besonders beliebt. In jeder Region gab es zahlreiche Mannschaften, die um den Meistertitel kämpften. Jacek hat sich so manchen dieser Meistertitel geholt. Doch nach zwei schweren Unfällen und der Geburt seines ersten Kindes entschied er, die Sportlerkarriere an den Nagel zu hängen. Ganz ohne Radsport geht es aber auch nicht für ihn. So hat er umgesattelt. Und zwar vom aktiven Sportler zum Trainer. In dieser Funktion war er bis zu seiner Auswanderung nach Österreich im Jahr 1987 tätig. Und obwohl er vieles in seiner alten Heimat zurückließ, die Familie und die Liebe zum Radfahren brachte er mit in seine neue Heimat.

„In Österreich kam dann eines zum anderen“, lässt Jacek uns an seinen Erinnerungen teilhaben. Bereits im Flüchtlingscamp habe er einen der Eurobike-Geschäftsführer, Herbert Würtinger, der sich dort ehrenamtlich engagierte, kennengelernt. Auch einen ehemaligen Schützling aus seinem Radrennteam, der später bei Eurobike beschäftigt war, hat er in Österreich wiedergetroffen. Und als dann bei Eurobike 1995 ein verlässlicher Fahrrad-Partner gesucht wurde, war er zur Stelle. Noch im selben Jahr verließen 160 von ihm konstruierte Fahrräder seine Werkstatt. Heute sind es rund 1.000 Stück pro Jahr, die er gemeinsam mit seinem Team in Handarbeit für Radreiseveranstalter wie z. B. Eurobike, Rückenwind und SE-Tours fertigt.
So unterschiedlich die Radtouren sind, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die Fahrräder. Ob mit 7-Gang oder 21-Gang-Schaltung. Ob mit oder ohne Rücktritt. Oder aber auch ein 8-Gang-Elektro-Fahrrad. Jacek weiß, worauf es ankommt.

„Ein Rad für Rad- & Schiffsreisen, das tagtäglich der Witterung ausgesetzt ist, benötigt zum Beispiel andere Materialien und Schmierstoffe als ein Fahrrad, das nur zu Land eingesetzt wird“, erklärt der Radmeister. Insbesondere das Wasser sei ein wichtiges Kriterium bei der laufenden Wartung der Fahrräder.

Ist ein Rad an vielen Regentagen unterwegs, werden in jedem Fall vor der nächsten Tour die Bremsklötze ausgetauscht, ein Basis-Service wird ohnehin vor jeder Tour gemacht. Die Qualität der Räder und die Sicherheit der Gäste sind wichtige Kriterien der Reiseveranstalter. Um diesen Service gewährleisten zu können, sind Jacek und sein Team in den warmen Monaten des Jahres viel unterwegs. Werkstätten und Servicezentren in Schärding, Obertrum bei Salzburg, Bozen oder München sind dann regelmäßige Anlaufstationen der Radmeister. So verwundert es nicht, dass sie Fehler im Radsystem bereits beim bloßen Hinhören erkennen. „Man muss seinem Fahrrad genau zuhören", erklärt Jacek, „dann erkennt man kleine Schwächen frühzeitig!" Aus ihm spricht nicht nur Erfahrung, sondern auch die Liebe zu seinem Beruf. „Ohne die Liebe zu den Rädern kann man diesen Job nicht machen."

Anders als noch vor 30 Jahren in Polen, fährt Jacek heute nur noch zum Genuss, erzählt er, als wir nachfragen, ob er selbst noch ab und zu auf den Drahtesel steigt: „Nur noch für gemütliche Ausfahrten mit dem Rennrad. Zum Abschalten."

 

So hält das Fahrrad länger

  • Halten Sie die Ketten immer sauber
  • Achten Sie auf ungewohnte Geräusche beim Fahren - klingt etwas auffällig, bringen Sie das Rad zum Service
  • Vor dem Einwintern sollte ein Rad geputzt werden, Bremsen und Kette müssen geschmiert werden
  • Achten Sie darauf, dass das Rad nicht ständig dem Regen ausgesetzt ist - es besteht Rostgefahr.
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