Vom Urlaub in die Quarantäne

Melanies Reise in die Dominikanische Republik in Zeiten von Corona

Schlagartig hat sich für uns alle die Welt verändert und die Auswirkungen sind noch nicht abzusehen. Viele müssen von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit von zu Hause aus verrichten und alle die Einschränkungen im öffentlichen Leben in Kauf nehmen. Aber einige hat die Corona-Krise auch komplett unerwartet erwischt, nämlich in einer der schönsten Zeiten des Jahres: im Urlaub. So ging es auch mir und meinem Freund Martin in unserem Urlaub in der Dominikanischen Republik. Vorweg: Unser wunderschöner Urlaub endete in Quarantäne, glücklicherweise in den eigenen vier Wänden. Was davor alles passiert ist, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

So weit, so Urlaub

Martin und ich waren gerade mit dem Auto unterwegs, hörten passenderweise lateinamerikanischer Musik aus dem Radio und genossen die Landschaft der Dominikanischen Republik. Die ersten Tage in der Karibik waren bereits vergangen und alles war genauso, wie man sich seinen Urlaub vorstellt. Doch dann hörten wir schon die ersten Meldungen im Radio: Corona sei nun auch hier auf der Insel angekommen. Normalerweise sind bei uns die Handys im Urlaub tabu, aber für alles gibt es ein erstes Mal. Und so überprüften wir ab diesem Zeitpunkt jeden Tag die Lage vor Ort, informierten uns über die Situation zu Hause und verfolgten auch die Entwicklungen weltweit. Ein mulmiges Gefühl stellte sich ein und wir fragten uns schon jetzt, wie das wohl weitergehen würde.

Die Rückreise stand bevor

Der Tag unserer geplanten Rückreise kam immer näher. Vorsorglich registrieren wir uns beim österreichischen Außenministerium, man konnte ja nicht wissen, was noch passieren sollte. Die Flüge sollten glücklicherweise planmäßig stattfinden – bis Dienstagmorgen, 17.03.2020, an dem unsere Rückreise geplant war! Doch dann bekamen wir eine für uns dubiose E-Mail von unserer Online-Buchungsstelle und plötzlich war unser geplanter Flug für den Abend nicht mehr zu finden. Statt den letzten Tag gemütlich am Strand zu verbringen, machten wir uns sofort auf den Weg zum Flughafen - und wir waren nicht allein! Von einer Informationsstelle samt meterlangen Warteschlage zur nächsten stand bald fest: Für Individualreisende wie uns sah es nicht gut aus. Die Empfehlung der Botschaft an uns lautetet daher: Macht euch selbstständig irgendwie auf den Heimweg, aktuell sei keine Rückholung geplant!

Einen Tag länger in der "Domrep"

So fuhren wir wieder zurück in unser Guesthouse in Punta Cana, wo die Reise vor genau zwei Wochen begann. Wirklich hilfsbereit nahm uns der Inhaber wieder auf - wir könnten bleiben, solange es notwendig sei. Er war froh um jeden Gast, die Stornierungen waren bereits von Tag zu Tag mehr geworden. Am Abend kümmerten wir uns dann gleich um unsere Heimreise und buchten für Donnerstag einen Flug nach London. Dann hieß es abwarten und hoffen, dass der Flug auch wirklich stattfindet. Wir verbuchten das trotzdem als kleinen Erfolg und stießen mit einer Pina Colada darauf an. Den nächsten Tag verbrachten wir in unserer Unterkunft und am Strand. Obwohl: wirklich entspannen konnten wir aufgrund der Unsicherheit beide nicht mehr.

Rückreise die Zweite

Früh morgens machten wir uns wieder auf wen Weg zum Flughafen. Die am Schalter erhaltenen Bordkarten fühlten sich wie das schönste Geschenk zu Weihnachten an! Wir nützen die Wartezeit, um uns um ein Hotel in London, sowie einen Anschlussflug weiter nach München zu kümmern. Endlich schien alles wieder gut zu sein. Auf dem Flughafen in London und im Flugzeug selbst sah man vermehrt Menschen mit Schutzkleidung und Masken. Auch wir hatten Desinfektionsmittel und Alkohol parat – aber die Situation war schon sehr seltsam – und das mulmige Gefühl im Bauch meldete sich wieder zurück.

Abflug oder doch nicht?

Der zweite Teil der Reise von London nach München konnte starten, aber schon bei der Gepäckabgabe kamen uns erste Zweifel: Die Airline wollte uns mit unserem österreichischen Pass zuerst nicht nach Deutschland mitnehmen. Wir versuchten es erneut und diesmal kamen wir durch. Trotzdem setzen wir uns nochmal mit unserem Außenministerium in Kontakt. Es wurde uns versichert: Am Nachmittag wäre ein Rückholflug geplant. Und wirklich - trotz der Bestätigung des Flughafens Münchens und der Deutschen Botschaft war dann das Boarding nur für deutsche Staatsbürger möglich. Eigentlich unfassbar, aber wahr: Es flog nun ein halb-leeres Flugzeug nach München. Sofort kontaktierten wir die österreichische Botschaft und sicherten uns die Plätze für den Rückholflug.

Per Rückholflug nach Hause

Der Repatriierungsflug der österreichischen Regierung wurde vor Ort durch die Botschaft in London organisiert, ja sogar der Botschafter selbst war anwesend und half mit. Bedingung für den Flug waren eine Kostenbeteiligung, sowie die Einwilligung für eine 14-tägige Heimquarantäne. Uns war natürlich alles recht, Hauptsache wir kamen heim! Während des Fluges war das Tragen von Masken Pflicht. Endlich in Wien angekommen, wurde noch die Körpertemperatur gemessen, um Fieber erkennen zu können. Per Zug ging es dann weiter nach Salzburg und schlussendlich kamen wir am Samstag um 03:00 Uhr morgens wieder zu Hause an. Die „Odyssee“ hatte ein Ende.

Der Anfang in Quarantäne

Die Quarantäne startet bei uns erstmal mit Ausschlafen. Die Anordnung dazu war: Die eigenen vier Wände dürfen nicht verlassen werden, der eigene Garten ist aber erlaubt. Sollten in dieser Zeit Symptome von Covid-19 auftreten, müssten wir uns sofort melden. Mit unserem Vorrat an Lebensmitteln würden wir den ein oder anderen Tag auskommen. Meine Mutter besorgte uns aber frisches Obst und Gemüse. Klopapier durfte auch nicht fehlen 😊. Die Lieferung kam noch am selben Nachmittag - Übergabe natürlich ohne Kontakt über die Haustüre. Von der Ferne konnten wir uns zuwinken und ein paar Worte wechseln. Wir sind aber gespannt, was die weitere Zeit bringen wird!

Quarantäne heute

Heute ist bereits Tag zehn! Glücklicherweise zeigen wir noch keine Symptome und haben uns an das Leben in unseren eigen vier Wänden gewöhnt. Wenn auch die Sehnsucht nach einem Spaziergang oder einer kleinen Rad Runde immer größer wird, wie schnell sich die Wünsche ändern können. Mit meinen Freundinnen habe ich schon einen virtuellen Stammtisch gemacht – Kommunikation mit den Liebsten ist ausgesprochen wichtig. Aber auch nach unserer Quarantäne müssen und werden wir uns an die vorgegebenen Richtlinien halten. Gesundheit und das Gemeinwohl gehen vor.

Robi auf dem Fahrrad
Melanie Neubauer
Bleiben Sie gesund und #mitleibundseele– eure Melanie (noch) aus der Quarantäne!
Melanie Neubauer, Leitung Kundenberatung