Sommergewitter im Anmarsch?

Wie Sie das Wetter richtig lesen und sich bei Schlechtwetter verhalten sollten

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie planen eine Radtour von Anfang bis Ende durch. Alles scheint perfekt – die Vorfreude ist riesig. Und dann plötzlich: eine unerwünschte Überraschung. Denn der Wettergott macht Ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung! Obwohl sich vieles planen lässt, das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Damit Sie nicht in die Regendusche kommen, zeigt Ihnen das Eurobike-Radlerteam, wie Sie das Wetter richtig lesen. Zuerst einmal erklären wir Ihnen aber, was Sie beachten müssen, wenn Sie trotz guter Planung in ein Gewitter geraten.

Das richtige Verhalten bei Unwetter

Es gewittert und Sie sind mit dem Radl unterwegs. Da stellt sich die Frage, wie man sich in so einer Situation richtig verhält. Isolieren die Gummireifen? Ist das Metallgestell des Fahrrads ein magischer Blitzanzieher? Oder leitet es den Blitz im Gegenteil sogar ab? Fragen über Fragen, und das Eurobike-Team hat die Antworten.

Ein Fahrrad aus Metall zieht den Blitz zwar nicht an, aber das Material wirkt leitend. Anders als ein Auto ist ein Fahrrad kein Faradayscher Käfig. Auch dass die Gummireifen schützen, stimmt leider nicht. Deshalb gilt: Sobald sich ein Gewitter anbahnt, halten Sie mindestens zehn Meter Abstand zum Fahrrad. Schlägt der Blitz nämlich tatsächlich ein, breitet er sich über den Boden aus, und Sie können verletzt werden.

Messen Sie die Entfernung des Gewitters: Das Zählen der Sekunden zwischen Blitz und Donner ist dabei wichtig. Die Zahl teilen Sie durch drei – heraus kommt die Entfernung des Gewitters in Kilometern. Warum das so ist? Ganz einfach: Der Schall breitet sich mit einer Geschwindigkeit von 333 Metern pro Sekunde aus, also in drei Sekunden rund einen Kilometer.

Der beste Unterschlupf bei Gewitter sind Häuser oder Brücken aus Stahlbeton. Diese fungieren als Blitzableiter, und Sie befinden sich in Sicherheit. Sollten Sie mit dem Rad im freien Gelände unterwegs sein, entfernen Sie sich rasch vom Rad und suchen Sie sich den tiefsten Punkt im Gelände. Dort sollten Sie eine Schutzhaltung einnehmen: Arme über den Kopf, hinkauern und abwarten. Im Wald bitte freistehende Bäume meiden! Auch im Wald gilt dasselbe wie im freien Gelände: Einen möglichst tiefliegenden Punkt suchen.

Radfahr-Technik bei Regenwetter

Auf die Technik kommt‘s an. Beim Regen verringert sich die Bremswirkung erheblich. Achten Sie daher besonders beim Bergabfahren darauf, beide Bremsen mit mehrmaligem kurzem Ziehen trocken zu bremsen. So kann die volle Bremskraft erreicht werden. Um zu vermeiden, dass die Räder blockieren, sollten Vorder- und Hinterradbremse erstens gleichzeitig gezogen werden. Zweitens ist es ratsam, die Bremsen dosiert einzusetzen.

Wie bereits erklärt, sollten Sie auch das Lenkverhalten bei Schlechtwetter überdenken. Neben dem Drosseln des Tempos vor der Kurve ist es wichtig, vorausschauend zu fahren. Ob dichter Nebel, glatte Fahrbahn oder große Pfützen – bei Regenwetter sollte man beim Radfahren Vorsicht walten lassen.

5 Tipps für Schlechtwetter-Fahrer

  • Im Zweifelsfall immer einen Regenschutz einpacken. Außerdem ist eine funktionelle Kleidung leicht zu verstauen und zeigt große Wirkung, wenn es wie aus Kübeln regnet.
  • Wasserdichte Überschuhe sorgen nicht nur für wohlig-warme Füße, sie schützen auch vor Nässe und sagen einer anbahnenden Erkältung den Kampf an.
  • Achten Sie auf den Straßenbelag! Regen und Straßenstaub genauso wie moosiger Waldboden können schmierige Stellen aufweisen. Sturzgefahr!
  • Ein neues Rad ist gut und schön, allerdings sollten Sie bei neuen Fahrradreifen besonders vorsichtig sein. Die können anfangs noch sehr rutschig sein und sollten unbedingt bei Schönwetter eingefahren werden.
  • Obwohl der Himmel weint, sollten Sie den Flüssigkeitshaushalt des eigenen Körpers keineswegs vernachlässigen. Denn auch beim Wasser von oben verliert der Körper durch die körperliche Anstrengung Flüssigkeit. Und die sollten Sie ausreichend ersetzen.

Was die Wolken erzählen …

Wer die Sprache der Wolken lesen kann, ist klar im Vorteil. Denn so haben Regenschauer und Wind keine Chance, unverhofft die Radtour zu stören.

Wolken in allen Höhenlagen:

  • Nimbostratus: typische graue Regen- oder Schneewolken. Ihre Unterseite erscheint dunkel.
  • Cumuluswolken: dichte, strahlend weiße Wasserwolken mit dunkler Unterseite. Sie haben eindeutige Grenzen. Wenn sie sich zu Mittag bilden und abends auflösen, bleibt es sonnig. Erscheinen sie aber am Morgen oder am Abend, wird das Wetter oft schlechter.
  • Cumulonimben: große, dichte Quellwolken, die sich auftürmen. Bekannt sind sie als klassische Gewitterwolken.

Hohe Wolken: in 5 bis 13 Kilometern Höhe

  • Cirrus- oder Federwolken: dünne, fasrige Wolken aus Eiskristallen, die, wenn sie sich verdichten, nicht selten eine Warmfront mit Regen ankündigen
  • Cirrokumuli: weiße, dünne Eiskristallwolken, die oft ein kräftiges Gewitter versprechen
  • Cirrostratus- oder Schleierwolken bedecken meist den ganzen Himmel und legen sich wie ein Schleier vor die Sonne. 36 Stunden später können Sie mit Regen rechnen.

Mittelhohe Wolken: in 2 bis 7 Kilometern Höhe

  • Altocumuli oder Schäfchenwolken: weiße oder graue wellenartige Wolken aus kleinen Wassertröpfchen, die beständiges Wetter bedeuten
  • Altostratuswolken: Wolken, die sich über einen großen Bereich ausdehnen und sich so verdichten, dass man die Sonne nicht mehr sieht. Sie bringen heftige Regen- oder Schneefälle mit.

Tiefe Wolken: in bis 2 Kilometern Höhe

  • Stratocumuli: dicke graue oder weiße Schichtwolken, bei denen der Himmel teilweise durchscheint. Sie deuten auf Wetterbesserung und Abkühlung hin.
  • Stratuswolken bilden eine durchgängige graue Schicht und kündigen schlechtes Wetter an.

Wetterkarten richtig verstehen

Immer wieder werden wir mit Wetterkarten konfrontiert. Egal, ob in Zeitungen, im Internet oder in den Nachrichten. Ein paar Begriffe zum Thema Wetterkarten helfen Ihnen, sie zu interpretieren.

  • Luftdruck: der Druck, den die Luft auf den Erdboden ausübt. Seine Maßeinheit ist Pascal.
  • Isobaren: diese Linien stehen für Orte mit dem gleichen Luftdruck.
  • Hoch: auch bekannt als Hochdruckgebiet oder Antizyklone. Die kalte Luft sinkt ab und verstärkt den Druck auf den Boden. Das Wetter neigt dazu, klarer zu werden.
  • Tief: kalte, schwere Luftmassen treffen an der Wolkenfront auf warme, leichte Luft. Der Prozess erzeugt Bewölkung, nasskaltes Wetter oder Wind. Ein Tiefdruckgebiet heißt übrigens auch Depression oder Zyklon.

Immer informiert mit Wetter-Apps

Eine aussagekräftige Wetter-App, mit der Sie das aktuelle Wetter stets im Blick behalten, ist zum Beispiel die von bergfex.at. Mit dieser bleiben Sie stets informiert über Wetter-News aus aller Welt. Alle zwei Stunden erhalten User aktuelle Wetterprognosen und die Vorschau für die nächsten 48-Stunden. Damit die Radtour garantiert nicht ins Wasser fällt, sondern auf einen Sonnentag geplant werden kann.

Wohin die Reise auch geht  – sonnige Aussichten wünscht das Radspezialisten-Team von Eurobike!