Reisebericht Etsch-Radweg

Vom Reschensee zum Gardasee

Südtirol lockt unter anderem mit wunderschöner Natur, vorzüglicher Kulinarik und (fast) immer gutem Wetter. Die nördlichste Region Italiens ist Anziehungspunkt für Jung und Alt, Singles oder Familien, Sportler und Genießer.

Seit Anfang Januar darf ich nun bei Eurobike die zahlreichen und vielfältigen Radreisen in Südtirol betreuen. Bis jetzt kannte ich unsere Touren aber nur aus der Theorie; von Bildern und Beschreibungen. Nun aber war es soweit, ich durfte mir vor Ort einen Eindruck unserer Radreise am Etsch-Radweg vom Reschensee zum Gardasee machen. Dazu wählte ich meinen persönlichen Favoriten vom Reschensee zum Gardasee. Also gings ab nach Südtirol…

Reschen mit Reschensee

Tag 1: Anreise an den Reschensee

Bei herrlichem Sonnenschein kamen mein Mann und ich in Reschen am See, einem 900 Seelen Dorf kurz hinter der österreichisch-italienischen Grenze, in unserem Partnerhotel Alpenhotel Panorama an. Der Hotelbesitzer Toni erwartete uns bereits und begrüßte uns direkt mit einem selbstgebrannten Schnaps 😊. Nachdem wir unser sehr helles und geräumiges Zimmer bezogen hatten, genossen wir noch den wunderbaren Ausblick. Danach lud uns Toni in die urige Stube zu Südtiroler Käse und Speck ein. Kurz darauf machten wir uns auf den Weg zum versunkenen Kirchturm von Graun. Unbedingt sehenswert wenn man in der Gegend unterwegs ist! Zum Abendessen gingen wir in den Schwarzen Adler, ein gut bürgerliches Restaurant mit ausgezeichneter Südtiroler Küche direkt im Ort.

Tag 2: Reschensee – Meran

Nach einem reichhaltigen Frühstück bekamen wir von unserem Stationsleiter Peter eine Toureninformation mit wichtigen Tipps, sowie unsere Leihräder. So radelten wir bei Sonnenschein jedoch sehr frischen Temperaturen, und deshalb dementsprechend warm eingepackt, los. Entlang des tiefblauen Reschensees waren ein paar kleinere Steigungen zu überwinden, die aber mühelos machbar waren. Weiter zum Haidersee und in die Ortschaft St. Valentin. Ab Burgeis war die Etsch unser stetiger Begleiter. Es ging angenehm flussabwärts und mit jedem Meter Richtung Meran wurde es spürbar wärmer. Vorbei an den Ortschaften Mals, Latsch und Laas ging es nach Schlanders, dem Hauptort des Vinschgaus. Regulär endet hier die erste Etappe der Radtour.

Wir haben jedoch aus zeittechnischen Gründen die ersten beiden Etappen zusammengelegt und so machten wir uns nach einer kurzen Stärkung wieder auf den Weg Richtung Meran. Der Etschradweg verläuft durch Obstplantagen und beschauliche Ortschaften wie Kastelbell und Naturns. Immer weiter entlang des Flusses hat man kurz vor dem Etappenziel einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Meraner Oberland. Nach einer langen Abfahrt kamen wir nach insgesamt ca. 90 Radkilometern in der mediterranen Kurstadt an. Unser Hotel, das neu renovierte Hotel Flora, liegt direkt am Fluss Passer und war leicht zu finden. Im etwas versteckten Restaurant Laubenkeller ließen wir uns dann wohlverdient am Abend mit traditionellen Spezialitäten verwöhnen.

Radfahrer am Etschradweg
Obstplantagen bei Lana

Tag 3: Meran – Bozen

Auf der heutigen Etappe gibt es zwei Möglichkeiten um nach Bozen zu radeln. Entweder weiter flussabwärts entlang der Etsch oder landschaftlich eindrucksvoller über Lana. Wir entschieden uns für die letztere Variante. Kurz nach Meran folgten wir also der Radroute nach Lana. Am Beginn verlief der Radweg neben einer stärker befahrenen Straße– In Lana bedarf es ein wenig mehr Orientierungsvermögen. Mit unserer Eurobike-App war es aber trotzdem leicht den richtigen Weg zu finden. Danach ging es durch Obstplantagen soweit das Auge reicht. Einige Bauern waren mit der Ernte beschäftigt, als wir vorbeiradelten. Die Strecke war bis Nals durchwegs flach, in Andrian folgte ein kurzer Anstieg. Dann ging es bergab und zurück auf den Etschradweg. Nach einigen Kilometern konnten wir das Schloss Sigmundskron erblicken, welches kurz vor Bozen auf dem Berg thront.

Zwölfmalgreiner Tor in Bozen

Wir radelten noch etwa 8 Kilometer immer auf dem sehr gut ausgebauten Radweg ins Zentrum von Bozen. Vom Waltherplatz aus schoben wir die Räder, da es sich als etwas schwierig erwies, durch das sehr bevölkerte Zentrum zu fahren. Auch unter der Woche tummeln sich hier viele Besucher in der Altstadt. Unser Hotel Scala Stiegl war schnell erreicht, ein 4****-Haus zentral gelegen mit historischem Flair. Am Abend erkundeten wir noch ein wenig die Altstadt und merkten sogleich, dass die Leute nun immer mehr italienisch sprachen. Zum Abendessen gingen wir ins empfehlenswerte Restaurant Fink zum Pizza essen.

Eurobike Fahrräder am Etschufer

Tag 4: Bozen – Trient

Heute lag die zweitlängste Etappe von unserer Radtour mit 70 Kilometer vor uns. Wie konnte es anders sein, ging es weiter entlang der Etsch gen Süden. Die Strecke verlief ausschließlich auf Radwegen und war durchgehend flach. Weinberge und Obstplantagen prägten das Landschaftsbild. Da es stetig geradeaus ging, konnte man gut die wunderschöne Landschaft genießen. Das Klima wurde immer milder. Entgegen der ersten Etappe, wo wir noch mit Schal und dicker Jacke radelten, fuhren wir nun nur noch mit T-Shirt und kurzer Hose. Das Wetter war einfach traumhaft! Bald ließen wir das deutschsprachige Südtirol hinter uns und kamen im italienischsprachigen Trentino an.

Die Etsch zwischen Bozen und Trient

Zum Mittagessen kehrten wir ins Restaurant La Cacciatora ein, welches direkt am Etschradweg liegt und leckere Pastavariationen serviert. Zurück auf dem Radweg, verließen wir kurz vor Trient den Fluss, um ein Naturschutzgebiet zu umfahren. Von hier waren es nur noch wenige Kilometer in die Kulturstadt Trient. Wir waren im stylischen NH Hotel untergebracht, das sich in einem neu erbauten Stadtviertel befindet. Am Abend gingen wir zu Fuß in die Altstadt, die uns mit ihrem Dom und Palast beeindruckte. Man merkte deutlich, dass man nun im „richtigen“ Italien angekommen ist. Abends ließen wir es uns im Restaurant Everest schmecken!

Terrasse Mori Gelateria Bologna
Erdbeerbecher in Mori Gelateria Bologna
Bananensplit in Mori Gelateria Bologna

Tag 5: Trient – Torbole

Kaum zu glauben, aber heute stand bereits die letzte Radetappe an. Die Strecke verlief etwas hügeliger als an den Vortagen. Zuerst ging es wieder am Etschradweg durch den charmanten Ort Rovereto. Danach verließen wir den den Fluss, um in Richtung Gardasee zu fahren. Wir radelten durch die schöne kleine Ortschaft Mori und stoppten an der Eisdiele Bologna, um das weitum bekannte Pistazieneis zu kosten. Ohne zu flunkern, war dies das wohl beste Eis, das ich je gegessen habe. Einfach super lecker! So genehmigten wir uns einen weiteren Eisbecher und verweilten etwas auf der zugehörigen Sonnenterrasse. Schließlich ging es weiter Richtung Gardasee. Kurz vor Torbole kam die größte Steigung der Radreise; etwa 100 Höhenmeter waren dort zu überwinden.

Dann der Höhepunkt der Reise: Der traumhafte Blick über den Gardasee! Dieser Blick entschädigt für alle etwaigen Anstrengungen während der Reise! Zum krönenden Abschluss folgte eine lange Abfahrt nach Torbole sul Garda. Im Hotel Caravel angekommen, welches leicht zu finden war, spazierten wir am späten Nachmittag an der Uferpromenade nach Riva. Zurück ging es mit dem Schiff. Zum Abschluss unserer Radreise gönnten wir uns im Restaurant Geier, welches direkt am Seeufer liegt, eine Fischplatte (nur für den großen Hunger!) und dazu ein Glas Vino Bianco. Dabei ließen wir die wunderschönen Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren.

Torbole am Gardasee
Fahrrad am Steg beim Haidersee

Tag 6: Abreisetag

Am letzten Morgen wurden wir pünktlich von unserer Kollegin Andrea, der Gästebetreuerin vor Ort, für den Rücktransfer abgeholt. So ging es zurück nach Reschen, wo vor fünf Tagen unsere Radreise begonnen hat. Auf der Fahrt kamen wir an einigen Orten vorbei, durch die wir auch mit dem Fahrrad gefahren sind. So konnten wir die Tour auch noch von einer anderen Perspektive sehen und die schönen Erlebnisse kamen rasch zurück.

Südtirol und den Etsch-Radweg kann ich sehr empfehlen. Sowohl für erfahrene Radler als auch für ungeübte Radfahrer ist dies eine sehr schöne Reise. Natur und Kultur verbinden sich zu einem wunderschönen Erlebnis, bei dem auch die Kulinarik nicht zu kurz kommt.

Robi
Tatjana Glawian
Schöne Radlergrüße
Eure Tatjana
Tatjana Glawian, Kundenberatung
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Robi
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