Reisebericht Neusiedlersee Rundfahrt: Von Wien bis nach Bratislava

Martina vom Reiseblog Places and Pleasure berichtet von ihrer Radreise

Bloggerin Martina testet unsere Neusiedlersee Rundfahrt und gibt in diesem Blogbeitrag, sowie in ihrem eigenen Reiseblog Places and Pleasure Einblick über die Erfahrung und Erlebnisse entlang der Radreise im Dreiländereck:

Aller guten Dinge sind drei. Das haben wir uns gedacht, als wir uns zum dritten Mal für eine Radreise als Sommerurlaub entscheiden. Doch sind wir bisher immer an Flüssen entlang geradelt, sollte es diesmal etwas Anderes sein. Und so fällt unsere Wahl auf die Radreise von Wien an den Neusiedlersee und weiter nach Bratislava. 6 Tage auf dem Rad, sehenswerte Städte und Städtchen und eine außergewöhnliche Seenlandschaft klingen vielversprechend – und sind es tatsächlich. 

 

Wien und Baden: Zwei prächtige Städte mit historischem Flair

Zum Start in Wien erwartet uns gleich der geballte k.u.k.-Charme der österreichischen Hauptstadt. Zum Glück beginnt unsere Radreise an einem Sonntag. Entsprechend wenig ist auf den Straßen los, sodass wir ausreichend Gelegenheit haben, den Blick ein wenig schweifen zu lassen. Denn auf dem Weg nach Baden führt uns die Etappe in einer Art Stadtrundfahrt vorbei an vielen der historischen Prachtbauten in der Wiener Innenstadt bis hinaus zum Schloss Schönbrunn. Erst danach wird es ländlicher. In den hübschen Weinorten wie Gumpoldskirchen, Mödling oder Perchtoldsdorf haben die Heurigen ausgesteckt und laden zur Einkehr. Tatsächlich wäre das eine gute Idee gewesen. Die gleißende Sonne lässt die Tour an machen Stellen zur Herausforderung werden.

Schnell vergessen ist die Anstrengung jedoch am späten Nachmittag, als wir unser Ziel in Baden erreichen. Das hübsche Städtchen im Wienerwald lohnt wirklich mehr als bloß einen Besuch, wie wir bei unserem Stadtbummel schnell feststellen. Kein Wunder, dass es den Wiener Adel damals hier zur Kur und in die Sommerfrische zog. Sehenswert sind nicht nur die üppig dekorierten Fassaden aus der Biedermeierzeit. Auch der schön angelegte Kurpark und das berühmte Casino gefallen uns gut. Der Versuchung, das Glück am Roulette-Tisch ein wenig herauszufordern, können wir diesmal aber widerstehen. Doch wer weiß – vielleicht kommen wir eines Tages wieder. Zu entdecken gäbe es in Baden jedenfalls noch genug.

Der See ruft: Auf nach Rust

Am zweiten Radltag ist es endlich soweit: Es geht ins Burgenland an den Neusiedlersee. Wir sind schon sehr gespannt. Denn als Steppensee ist er fast durchgängig von einem Schilfgürtel umgeben und der direkte Zugang zum Wasser nur an wenigen Stellen möglich. Genau dadurch bietet der See vielen Tieren einen besonderen Lebensraum und zählt zum Weltnaturerbe der UNESCO. Kaum in Rust – unserem Standort für die nächsten beiden Tage – angekommen, haben wir tatsächlich die erste Begegnung mit einem davon: Am Stadthafen stakst uns einer der zahlreichen Störche über den Weg.

Und zu meiner großen Begeisterung lässt er sich ohne jede Scheu geduldig fotografieren. A propos Störche. Das hübsche Städtchen Rust ist als Storchenstadt bekannt. Warum das so ist, wird uns gleich bei unserem ersten Bummel klar. Immerhin gibt es auf der Hauptstraße kaum ein Haus, auf dessen Schornstein kein Nest thront. Und auf fast allen hockt mindestens ein Storch, auf manchen sogar eine ganze Storchenfamilie. Da fällt es nicht leicht, sich von diesem Anblick loszureißen. Aber das wäre doch zu schade gewesen. Schließlich ist auch die kleine Altstadt von Rust mit ihren schönen Häusern absolut sehenswert.

Ungarn ist nicht weit: Tagesausflug nach Sopron

Von Rust ist es nicht weit bis zur ungarischen Grenze. Und auch für die deutsche Geschichte hat die Region eine besondere Bedeutung. Denn 1989 hat hier das Paneuropäische Picknick stattgefunden, bei dem Hunderte DDR-Bürger nach Österreich flohen. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Tagesausflug auf dem Iron Curtain Trail, der hier mit dem Neusiedlersee Radweg zusammenfällt. Ziel dieser Tagestour, die uns zur Abwechslung durch schattigen Wald und vorbei an ein paar Badeseen führt, ist Sopron. Die Universitätsstadt ist eine der ältesten Städte in Ungarn. Was uns dort besonders gefällt, ist die schöne Altstadt mit ihren vielen Brunnen, den restaurierten Patrizierhäusern und dem Feuerwachturm.

Unterwegs nach Jois: Aufs Schiff und zu den Salzlacken

Was wäre ein Urlaub am See ohne eine Schifffahrt? Wir freuen uns schon, die hügeligen Weingärten rund um den Neusiedlersee einmal vom Wasser aus bewundern zu können. 20 Minuten haben wir dafür Zeit. Denn so lange dauert die Fährfahrt von Mörbisch nach Illmitz. Danach heißt es dann: Kräftig strampeln. Immerhin ist die Gegend als windreichste Region Österreichs bekannt. Auch am übernächsten Tag werden wir das noch einmal spüren. Wie gut, dass wir mit unseren Leihrädern plus wenigstens gut ausgestattet sind. Im Nachhinein würden wir uns aber vermutlich sogar für ein E-Bike entscheiden. Bevor wir kurz nach Mittag in Podersdorf wieder das Seeufer erreichen, erwartet uns erst einmal die Steppenlandschaft im Hinterland.

Dort trifft der Neusiedlersee Radweg auf den Lackenweg. Bei den Lacken handelt es sich um Salzseen, die im Sommer meistens austrocken. Spuren von Salz zeigen sich uns aber selbst jetzt in einem weißlichen Schimmer. Dass hier viele Vögel ihre Heimat haben oder zumindest Zwischenstation machen, lässt sich an den zahlreichen Freisitzen für Vogelkundler erahnen. Tja, hätten wir bloß ein Fernglas eingepackt. Dann hätten wir wenigstens bestens ausgerüstet dort Platz nehmen können. Doch auch ohne entdecken wir wenigstens ein paar Gänse und einen Storch. Und welche Arten sich hier außerdem noch tummeln, erfahren wir auf den aufgestellten Infotafeln.

Heute wird es fürstlich: Ausflug nach Eisenstadt

Ein Tag Pause darf auch bei einer Radreise mal sein. Statt auf zwei Rädern fahren wir mit dem Zug nach Eisenstadt, in die Hauptstadt des Burgenlandes. Mit knapp 15.000 Einwohnern ist sie die kleinste Landeshauptstadt in Österreich. Einiges zu bieten hat sie aber trotzdem. Besonderes Highlight ist das Schloss Esterhazy, die ehemalige Residenz des gleichnamigen Fürstengeschlechts. Auf einem Rundgang bestaunen wir Kunstgegenstände, Porzellan und die prunkvollen Räume der Fürsten. Und im Erdgeschoss lassen wir uns akustisch in die Zeiten entführen, als Joseph Haydn Hofkapellmeister in Eisenstadt war.

Mit dem Bus geht es schließlich nach einem ausgedehnten Stadtbummel zurück nach Jois. Wie praktisch, dass wir dabei in Purbach umsteigen müssen. Denn so bekommen wir auch noch die Gelegenheit, Purbach mit seiner Stadtmauer, dem Türkentor und der Kellergasse zu erkunden. Neben den Weinkellern befinden sich dort kleine Weinstuben. Gerne wären wir hier gleich eingekehrt. Denn die putzigen Häuschen haben es uns irgendwie angetan. Da unser Anschlussbus aber bald kommt, vertagen wir die Einkehr und haben jetzt gleich mehrere Gründe, noch mal ins Burgenland zurückzukehren.

Krönender Abschluss: Auf römischen Spuren zum Ziel in Bratislava

Schon wartet als krönender Abschluss der Neusiedlersee Rundfahrt die slowakische Hauptstadt Bratislava auf uns. Bevor wir aber die Donau – und damit bald unser Ziel – erreichen, radeln wir auf römischen Spuren. Gut zu erkennen ist das Römerland schon von weitem. Überreste eines Torbogens und einer Säule kündigen Petronell-Carnuntum an. Ein ganzes Stadtviertel können Besucher im Freilichtmuseum entdecken. Später nehmen wir uns Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch die Altstadt von Bratislava. In den engen Gassen gibt es tatsächlich so einiges zu entdecken. Ein Hingucker sind auf jeden Fall die zahlreichen Bronzefiguren – angefangen von Cumil, dem Kanalarbeiter bis hin zu Napoleons Soldat. Was uns aber besonders gefällt, ist das Flair zwischen den hübsch restaurierten Häusern, wo sich Restaurants, Cafés und interessante Läden aneinanderreihen. Genau das Richtige also, um sich einfach nur treiben und die Radreise gemütlich ausklingen zu lassen.

Mehr Details zur Reise können Sie im Beitrag am Reiseblog Places and Pleasure nachlesen. 

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Tourencharakter
Mittel
Slowakei / Österreich

Neusiedlersee Rundfahrt

8 Tage | Individuelle Einzeltour
Carina Glück
"Ich stehe Ihnen bei der Planung Ihrer Radreise gerne mit Rat und Tat zur Seite"
Carina Glück, Reisespezialistin
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