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Reisebericht: Friaul-Rundfahrt

Durch Weinreben und zum Meer - ein echter Geheimtipp!
Radfahrerin mit gelben Taschen fährt an der Basilika Santa Maria Assunta in Aquileia vorbei. Steinkirche mit Glockenturm und Zypressen sichtbar.

Die Region Friaul-Julisch Venetien hatte ich schon länger im Blick – eine Region, die mit ihrer Mischung aus sanften Hügeln, kulturellen Schätzen und kulinarischen Genüssen wie geschaffen für eine Radreise ist. Für uns stand schnell fest: Diese Route wollen wir erleben. Wie schon so oft begleitete mich mein Mann auch dieses Mal – unser neues gemeinsames Abenteuer: die Friaul-Rundfahrt.

Radfahrerin mit gelben Taschen fährt an der Basilika Santa Maria Assunta in Aquileia vorbei. Steinkirche mit Glockenturm und Zypressen sichtbar.

Dolce Vita im Sattel: Auftakt in Udine

Mit dem Auto machen wir uns auf den Weg nach Udine in Italien, dem Start- und Zielpunkt der Rundreise. Am Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Udine, unsere gebuchten Leihräder stehen bereits im Hotel bereit. Nach dem Check-in und der Übergabe unseres Reiseunterlagenpakets beziehen wir unser Zimmer und freuen uns auf den ersten Abend. In der historischen Altstadt lassen wir den Tag am Piazza Giacomo Matteotti ausklingen – bei Pizza, einem Glas regionalen Wein und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Von Udine in das Herz der Schinkenproduktion: San Daniele

Von Udine aus starten wir auf bekanntem Terrain: Die ersten Kilometer verlaufen auf dem Alpe-Adria-Radweg, den wir bereits vor zwei Jahren geradelt sind. Umso schöner, vertraute Abschnitte wiederzusehen – vorbei an kleinen Weilern, durch stille Dörfer und goldgelbe Maisfelder. Einen lohnenswerten Zwischenstopp legen wir am Castello di Colloredo ein, das mit seinem historischen Flair und Blick auf die umliegende Landschaft beeindruckt.

Danach wird’s sportlich: Ein kurzer, aber knackiger Anstieg bringt uns hinauf nach San Daniele. Die Mühe lohnt sich. Im Herzen des Ortes, direkt gegenüber der Basilika, gönnen wir uns den bekannten San Daniele Schinken. Der luftgetrocknete San-Daniele-Schinken, hauchdünn aufgeschnitten, entfaltet sein volles Aroma – besonders gut in Kombination mit einem Glas regionalem Wein und dem Blick auf die Piazza. Ein gelungener Abschluss dieser Etappe.

Radfahrerin mit gelben Taschen fährt auf asphaltiertem Weg neben blühendem Sonnenblumenfeld unter bewölktem Himmel in Friaul, Italien.

Entlang des Tagliamento-Tals bis nach Codroipo

Bei strahlendem Sonnenschein schwingen wir uns am nächsten Morgen in San Daniele auf unsere Räder und rollen zunächst bergab Richtung Süden. Bald erreichen wir die eindrucksvolle Brücke von Pinzano – ein Highlight der Etappe. Von hier bietet sich ein fantastischer Blick auf das türkis schimmernde Flussbett des Tagliamento, das sich tief ins Tal schneidet. Weiter geht es durch ruhige Straßen, vorbei an Weinreben und Feldern, bis in die Mosaikstadt Spilimbergo. Hier legen wir eine kulturelle Pause ein: Wir besichtigen den Dom, die Burg und das historische Rathaus. Vom Parkplatz des Rathauses genießen wir noch einmal einen weiten Blick über das Tagliamento-Tal.

Anschließend führt uns der Weg durch das mittelalterlich anmutende Valvasone, bevor wir Codroipo erreichen. Den Tag lassen wir ganz entspannt ausklingen – im Garten unserer charmanten Unterkunft, mit einem Glas Aperol in der Hand und dem Gefühl, wieder einen besonderen Abschnitt Friauls erlebt zu haben.

Tagliamento-Flussbett mit türkisfarbenen Wasserläufen durch weiße Kiesbänke, umgeben von grünen Wäldern und Bergen unter blauem Himmel.

Von historischen Dörfern zur Lagune

Nach einem gemütlichen Frühstück in Codroipo starten wir zur nächsten Etappe in Richtung Meer. Gleich zu Beginn wartet mit der Villa Manin ein architektonisches Highlight: Die einstige Residenz des letzten Dogen von Venedig beeindruckt mit barocker Pracht und großzügiger Parkanlage – ein lohnender Stopp. Danach folgen wir dem Ciclovia del Tagliamento, einem angenehm zu fahrenden Radweg, der uns bis nach Latisana begleitet. Die Strecke führt durch kleine Dörfer, vorbei an Feldern, Wiesen und schattigen Wäldern – ein ruhiger und erholsamer Abschnitt. Ab Latisana wird die Landschaft zunehmend flacher und maritimer. Schließlich erreichen wir Marano Lagunare, ein kleines, charmantes Fischerdorf direkt an der Lagune von Grado. Mit seinen engen Gassen, bunten Häusern und dem Blick auf das glitzernde Wasser hat das Dorf einen ganz besonderen Charme – ruhig, authentisch und noch nicht vom Tourismus überlaufen. Ein idealer Ort, um die echte Lagunenstimmung Friauls zu erleben.

Radfahrerin mit weißem Helm prüft Karte am Lenker entlang des Latisana Radwegs neben türkisfarbenem Fluss unter blauem Himmel in Friaul.

Vom Fischerdorf über den Alpe-Adria-Radweg nach Grado

Am frühen Morgen starten wir in Marano Lagunare und radeln zunächst entlang des Festlandes, vorbei an weiten Feldern, stillen Kanälen und kleinen Dörfern. Die Strecke führt uns auf gut ausgebauten Schotterwegen und ruhigen Nebenstraßen bis nach Cervignano. Ab dort folgen wir dem Alpe-Adria-Radweg, der uns sicher und angenehm bis nach Aquileia bringt. In Aquileia machen wir einen Stopp, um die beeindruckende Basilika und die weitläufigen Ausgrabungen zu besichtigen.

Im Anschluss fahren wir weiter in Richtung Grado, wobei ein weiteres Highlight auf uns wartet: die Überfahrt über die Lagune. Auf einer Brücke, auf der ein separater Radweg neben der Straße verläuft, genießen wir weite Ausblicke auf das Wasser. Schließlich erreichen wir Grado, einen Ort, den wir bereits beim ersten Besuch sehr zu schätzen gelernt haben. Die charmante Altstadt und die lebendige Promenade machen den Etappenabschluss perfekt.

Radfahrerin mit weißem Helm und türkisfarbenem Shirt blickt auf die Basilika Santa Maria Assunta in Aquileia über grüne Wiese mit Zypressen.

Durch die Lagune ins Landesinnere

Ein ganz besonderes Erlebnis dieser Originalreise von Eurobike ist für mich persönlich die Fahrt entlang des Raddammes durch die Lagune – direkt am Meer entlang mit einem weiten Blick, der bis nach Triest reicht. Der Radweg ist hervorragend ausgebaut, was das Fahren entspannt und angenehm macht. Bis Monfalcone genießen wir die frische Meeresluft, die Weite der Lagune und die Ruhe der Umgebung. Danach wechseln wir auf ruhige Nebenstraßen, die kaum befahren sind, was die Fahrt noch immer entspannt macht. Gradisca empfängt uns als charmante, kleine Stadt mit historischem Flair und einladenden Gassen. Den Nachmittag lassen wir am hoteleigenen Pool ausklingen und genießen den Abend bei einem gemütlichen Essen im Hotelrestaurant. So endet diese wunderbare Etappe in entspannter Atmosphäre.

Radfahrerin mit weißem Helm sitzt an der Strandpromenade von Grado mit gelber Eurobike-Tasche, Blick auf die Adria und felsige Küste.

Weinreben und Hügel: Die Fahrt durchs Collio nach Udine

Schon ab den ersten Kilometern dieser Etappe spürt man, wie man immer weiter in die Weinregion radelt. Von weitem sieht man die zahlreichen Weinfelder, und die Vorfreude auf die kommende Strecke steigt. Fasziniert von der schönen Gegend entlang der slowenischen Grenze entscheiden wir uns, die alternative Route durch das Collio zu nehmen. Ein kurzer, knackiger Anstieg erwartet uns, der mit einem atemberaubenden Ausblick über die sanften Hügel und Reben belohnt wird. Nach dem Abstieg fahren wir weiter bis nach Cividale del Friuli, wo wir die beeindruckende „Ponte del Diavolo“ Brücke und den Dom besichtigen. Anschließend führt uns die Strecke gemütlich nach Udine, wo unsere Reise endet. Die letzte Übernachtung nutzen wir, um die Erlebnisse Revue passieren zu lassen und den Abschluss in der lebendigen Stadt zu genießen.

Radfahrer rastet an gelbem Aussichtspunkt mit Aufschrift Collio Brda, mit Blick auf Weinberge und Berge in Friaul unter blauem Himmel.
Panoramablick über Weinberge und sanfte Hügel nach Collio

Mein Fazit

Die Rundfahrt durch das wunderschöne Friaul bietet alles, was das Herz begehrt. Sanfte Hügel, idyllische Landschaften und charmante Dörfer prägen die Strecke und schaffen eine perfekte Balance zwischen Naturgenuss und kulturellen Entdeckungen. Die Routenführung ist hervorragend gewählt – abseits vom Trubel, meist auf ruhigen Wegen, die durch Weinberge, Wälder und historische Orte führen. Immer wieder begegnet man kleinen, versteckten Highlights, die zum Verweilen einladen. Wer eine Radreise sucht, auf der man entschleunigen, genießen und einfach die Seele baumeln lassen kann, ist hier genau richtig. Ein echtes Erlebnis für alle Sinne.

Mein Lieblingsplatz

Auf der alternativen Route durchs Collio habe ich meinen Lieblingsplatz dieser Reise entdeckt. Direkt bei der Abfahrt gab es eine kleine Sitzmöglichkeit – ein einfacher Stein mit einem traumhaften Blick über die weiten, sanften Weinberge. Das Wetter war perfekt: strahlend blauer Himmel, warme Sonne und eine wunderbare Ruhe. In diesem Moment wurde mir sofort klar, dass dieser Ort mein persönliches Highlight der gesamten Tour ist. Ein Platz, der Natur, Stille und Ausblick auf besondere Weise vereint.

Radfahrerin sitzt auf Steinbank unter Olivenbaum am Rastplatz Ruttar in Collio, Friaul, mit Blick auf grüne Weinberge und Hügel.
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