Reisebericht: Radreise Mallorca

Mit dem Rad um die größte der Baleareninseln

Nach der Radtour auf Madeira im letzten Mai war ich auch heuer wieder sehr motiviert. Da das Radfahren auch die Leidenschaft meines Freundes ist, habe ich mit ihm den perfekten Begleiter für meine Besichtigungstouren gefunden. Auch wenn er sonst in den Bergen unterwegs ist, so schätzt er die entschleunigende Art Urlaub zu machen und eine Region mit dem Rad zu erkunden.

Die Suche nach einer geeigneten Destination war nicht nötig! Wohin sonst sollte ich als nächstes reisen, wenn nicht nach Mallorca. Ich betreue diese Destination schon viele Jahre und habe die Insel auch schon viele Male besucht. Ob zur Hotelbesichtigung, Ausarbeitung neuer Routen oder Teilnahme einer Tourismusveranstaltung - es gab immer etwas zu tun. Das einzige, was ich bei den ganzen Aufenthalten nicht geschafft hatte: RADFAHREN! Es wird also Zeit… Als Basis meiner Radtour habe ich unseren Klassiker gewählt: "Mallorca - die große Rundfahrt". Aber auch Teile der "Mallorcas Ostküste" und der "Doppelsternfahrt" sollten nicht fehlend!

Palma & seine Playa

Da wir erst am Abend ankommen, nehmen wir uns einen ganzen Tag Zeit, um Palma und die Playa de Palma zu entdecken. Die Hotels liegen fast alle in Can Pastilla, einem wirklich guten Ausgangspunkt. Der Flughafen ist nur wenige Minuten entfernt, die Hauptstadt Palma ist über einen sehr schönen Küstenweg erreichbar und wer sich doch den Ballermann anschauen möchte, kann dies mit einem guten Sicherheitsabstand machen.

Wir starten früh morgens mit dem Rad in Richtung Palma. Der Weg ist für Radfahrer und Fußgänger perfekt ausgebaut. Zuerst kommen wir durch ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet, dann wird es wieder belebter und wir fahren an hübschen Häuserzeilen entlang. Immer wieder kommt eine kleine Bucht, ein kleiner Strand oder kleiner Hafen und dann sieht man von der ferne auch schon die mächtige Kathedrale La Seu von Palma. Ein Fotostopp ist ein Muss. Wir schlendern durch die Gassen dieser wirklich schönen Stadt und genießen in einem Restaurant die ersten Tapas - so stellt man sich einen entspannten Urlaubseinklang vor! Ja, jetzt sind wir angekommen!

Wir radeln wieder zurück in Richtung Playa und das Rad wird gegen ein Strandtuch getauscht. Es ist etwas windig, aber immerhin - wir liegen Mitte Oktober am Strand! Wenn wir schon da sind, müssen wir schon das volle Programm machen. Also geht es am Abend an den Ballermann! Wir beobachten das bunte Treiben und ein kurzer Abstecher im Bierkönig darf auch nicht fehlen. Aber nach so einem Tag ist es dann auch wieder genug und wir fallen müde in unser Bett!

Am nächsten Tag um 9 Uhr ist Treffpunkt für die Toureninformation. Ricardo erwartete uns schon! Er erklärt die Eurobike-Reiseunterlagen, den Ablauf der Strecke und informiert uns auch über die organisatorischen Punkte, die wir beachten müssen. Im Anschluss bekommen auch die anderen Gäste die Leihräder und jeder von uns macht sich auf den Weg.

Blick auf die Bucht der Playa de Palma
Martin vorm Leuchtturm in Colònia de Sant Jordi

Steilküste vs. Strand

Nach einem kurzen Anstieg lassen wir den Trubel der Playa hinter uns. Bei einem Aussichtspunkt an der Steilküste haben wir nochmal einen schönen Blick über die ganze Bucht! Das Wetter meint es auch heute gut mit uns und bei strahlender Morgensonne fahren wir weiter. Weg von der Küste geht es ein paar Kilometer am Radstreifen der Straße entlang. Aber das ist ganz normal auf Mallorca und wir sind nicht alleine - viele Sportler, Hobbysportler und auch Urlaubsradler sind unterwegs. Bald auch schon biegen wir wieder ab und fahren auf ruhigen Nebenstraßen ins Landesinnere. Bei den Ausgrabungen von Capocorb Vell machen wir eine kurze Kaffeepause - "café solo" wird bestellt!

Meli und Martin bei der Felsformation "Es Pontas"
Weißer Sandstrand und türkises Meer bei Colònia de Sant Jordi

Wir fahren wieder zurück zur Küste und machen einen Halt an der Bucht von Cala Pi mit wunderschönem Blick auf die Steilküste. Unser nächstes Ziel ist einer der schönsten Strände Mallorcas: Playa de es Trenc oder auf Katalanisch Platja des Trenc! Dieser traumhafte, weiße Sandstrand liegt in einem Naturschutzgebiet und ist auf jeden Fall einen Stopp wert. Wir können es kaum erwarten uns im türkisblauen, klaren Wasser zu erfrischen.

Hinter dem Strand liegen dann auch schon die Salinen zur Meersalzgewinnung, welche wir auf unserem Weg in das Urlaubsörtchen Colònia Sant Jordi passieren! Auch der nächste Morgen steht noch im Zeichen des Salzes. Wir kommen durch das Örtchen Ses Salines, welcher der eigentliche Hauptort der salzreichen Region ist!

Auch wenn es vielleicht verlockend erscheint, die Strecke in Santanyí abzukürzen - ich würde es nicht empfehlen. Der Weg lohnt sich und man bekommt an der Steilküste die beeindruckende Felsformation "Es Pontas" zu sehen.

An der Ostküste

In Porto Cristo angekommen merkt man, dass das typische Hafengeschäft dem Tourismus Platz gemacht hat. Wir haben uns für den nächsten Tag um 11 Uhr Online-Tickets für die bekannten Drachenhöhlen besorgt. Man darf sich von den vielen Menschen nicht abschrecken lassen - die Besichtigung zahlt sich wirklich aus. Der Weg in die Höhle führt durch einen Gang voller bizarrer Formationen von Stalagmiten und Stalaktiten. Unten angekommen eröffnet sich großer Saal mit einem See! Bis alle Personen Platz genommen haben dauert es etwas. Es wird finster, es wird still und man hört schön die Klänge klassischer Musik. Mehr will ich auch schon nicht verraten - das muss man sich wirklich ansehen!

Den restlichen Tag verbringen wir dann wieder auf dem Rad! Auf der Etappe kommen wir am Überschwemmungsgebiet vorbei.

Wir wollen die Aufräumarbeiten nicht behindert, also machen wir uns auf den Weg zurück in Richtung Meer. Nach einer ausgiebigen Pause am Dorfplatz von Son Servera ist es dann nicht mehr weit.

Am Meer angekommen beschließen wir spontan weiter zum Cap d'es Pinar zu fahren, da dieser Ausflug auch Bestandteil unserer Sternfahrt an Mallorcas Ostküste ist. Die Strecke ist flach und führt meist direkt am Meer entlang. Am Ende der Straße warten dann der tolle Aussichts-Punkt! In der Abendsonne machen wir uns dann auf den Heimweg in unser Hotel. Der Tag war ganz schön erlebnisreich. Man kann wohl sagen, dass wir einiges von der Ostküste entdecken konnten!

Von Ost nach Nord

Am Morgen ist das Wetter noch durchwachsen und wir beschließen, etwas später zu starten. Der Radweg führt wieder durchs Hinterland bis nach Manacor, der zweitgrößten Stadt Mallorcas! In den belebten Straßen rund um die Kirche wollen wir eine kurze Pause machen. Aber ein Wolkenbruch macht uns einen Strich durch die Rechnung! Früher oder später müssen wir los, wir wollen schließlich nicht unseren Mittagssnack "Pa amb oli" in Petra verpassen.

Wir trotzen dem Regen und radeln weiter, bis wir die Wolken hinter uns gelassen haben. Die Strecke führt uns durch ein schönes, ruhiges Tal und hinüber in die Region "Es Pla", die Kornkammer Mallorcas.

Im Restaurant Can Salom werden wir sehr freundlich begrüßt und wirklich gut umsorgt! Als Nachspeise empfiehlt uns Joan den Mandelkuchen, der nach dem Rezept seiner Mutter gebacken wird - einfach nur köstlich!

Gestärkt brechen wir wieder auf, der Weg nach Can Picafort ist nicht mehr weit. Bevor wir abends zum Abendessen gehen, schmeißen wir uns nochmal in die Fluten. Das Meer und der Strand gehören uns ganz allein!

Auch heute begleiten uns noch die Obst- und Gemüseplantagen der "Es Pla". Wir fahren durch die beschaulichen Örtchen Muro und Llubí. Schon sind wir auch schon am Treffpunkt in Inca. Ricardo erwartet uns pünktlich und wir freuen uns schon auf das nächste Highlight der Reise: die Fahrt über das Tramunana-Gebirge. Gekonnt fährt er mit Bus und Anhänger die Serpentinen hinauf zum Kloster Lluc! Ein kleiner Rundgang und eine Kaffeepause, schon ist die Stunde auch um und die Fahrt geht weiter.

Zitrusfrüchte in Fornalutx
Regenwetter am Weg nach Port Sóller

Das Wetter ist leider regnerisch, daher haben wir so gut wie keine Aussicht… Auch das Radfahren macht hier keinen Spaß und so fahren wir mit Ricardo bis zum Restaurant "Es Turo"! Wir werden mit köstlichen Vorspeisen, einer riesigen Pfanne Paella und zum Schluss noch mit einem Stück Mandeltorte verwöhnt. Dazu noch eine Flasche sehr guten Hauswein und das schlechte Wetter ist schnell vergessen!

Aber zum Glück ist es nicht mehr weit bis nach Port de Sóller und wir schaffen die Fahrt mit nur einem kurzen, wenn auch heftigen Regenguss! Am Abend bummeln wir entlang der Promenade der wirklich sehr schönen Bucht mit Hafen, Leuchtturm, typischen Häusern und einladenden Lokalen. Auch wenn wir nach der Paella definitiv nichts mehr essen können, ein kleiner Cocktail rundet den erlebnisreichen Tag ab!

Palma & Inselmitte

Heute brauchen wir das Rad mal nicht… Am Morgen geht es mit der alten Straßenbahn von Port de Sóller nach Sóller. Wir nutzen die Zeit vor der Weiterfahrt nach Palma für eine kleine Erkundungstour. Dann genießen wir die Fahrt mit dem Zug. Dieser windet sich über das Gebirge und durch viele Tunnel. Immer das typische Geräusch im Hintergrund, fährt man an Zitronen- und Orangenbäumen vorbei - fast zum Greifen nahe!

Nach unserer Ankunft in Palma werden wir schon von unserem Stadtführer Pavel erwartet. Es ist eine Stadtführung der anderen Art… Es startet mit Informationen zur Gründung der über 2.000 Jahre alten Stadt. Dann machen wir einen Abstecher in die Markthalle. Ohne Stress haben wir auch Zeit etwas zu kosten - die "Tapas Variados" sind auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Gemütlich spazieren wir weiter durch die Gassen der Altstadt, vorbei an den schönen Innenhöfen der Patrizierhäuser zum einstigen Wasserhaus der Stadt. Dort findet sich heute die älteste Chocolatería, wo unbedingt die heiße Schokolade und Ensaïmadas gekostet werden müssen. Über die Kathedrale der Heiligen Maria, eine der größten, gotischen Kathedralen Europas, geht es dann auch dem Ende zu und wir werden von Pavel zum Treffpunkt mit Ricardo gebracht.

Normalerweise werden hier die Räder übergeben und man radelt das letzte Stück zurück an die Playa. Wir haben aber die Ehre und dürfen uns die Station und das Radlager, welches gleichzeitig auch das Zuhause von Ricardo ist, besuchen! Wir werden von Edith und den Kindern herzlich willkommen geheißen… Sie haben sich auf der Finca und dem Grundstück eine kleine Tierfarm aufgebaut. Wir lassen die Saison Revue passieren und lassen den Abend entspannt ausklingen.

Unsere letzte Radetappe steht im Zeichen der Inselmitte und im Zeichen unserer Doppelsternfahrt auf Mallorca! Wir fahren von einer wunderschönen und typischen Unterkunft zur nächsten – einmal quer über die Insel von Campanet nach Porreres. Am Weg kommen wir nach Sineu, dem geografischen Mittelpunkt der Insel. Mittwochs soll hier einer der besten Wochenmärkte sein. Auf einsamen Nebenstraßen radeln wir bis nach Porreres. Das Hotel liegt etwas außerhalb, ganz ruhig und idyllisch - perfekt zum Abschalten und Entspannen. Wir genießen unseren letzten Abend am Pool und beim ausgezeichneten Abendessen! Dann heißt es schlafen gehen – morgen müssen wir früh raus, denn für uns heißt es: "Adiós Mallorca, hasta luego!"

Robi
Melanie Neubauer
Schöne Radlergrüße, Ihre Melanie!
Melanie Neubauer, Leitung Kundenberatung
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