Reisebericht St. Moritz – Innsbruck

Flussradweg mal anders

Am besten kann man über eine Reise und eine Region berichten, wenn man sie selbst kennengelernt hat, da bietet sich eine Tour-Besichtigung super an. Deshalb habe ich mir überlegt, welche Tour ich unbedingt noch besser kennenlernen möchte… gemeinsam mit meinem Mann habe ich mir die Tour von St. Moritz nach Innsbruck ausgesucht, der erste Teil des Innradweges.

Anfang Juni hieß es für uns also Koffer packen!

Eva-Maria Bamberger
Eva-Maria Bamberger
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Radpause, Reisebericht St. Moritz - Innsbruck

1. Tag: Anreise nach St. Moritz

Früh morgens machten wir uns auf den Weg von daheim, nahe Salzburg in Richtung Innsbruck, wo wir unser  Auto in der Landhausgarage abgestellt haben. Unser Stationsleiter Peter hat uns gemeinsam mit einigen anderen Gästen vom Hotel abgeholt und geholfen Räder und Gepäck einzuladen. Anschließend machten wir uns auch schon auf den Weg nach St. Moritz.
Bei der Fahrt hatten wir teilweise schon Gelegenheit unsere Radstrecke vom Bus aus zu sichten. Außerdem haben wir von Peter auch gleich ein paar Infos zur Region erhalten!
In St. Moritz angekommen haben wir das schöne sonnige Wetter gleich für einen Spaziergang genutzt. Zuerst ein Stück durch St. Moritz und dann eine kleine Runde entlang des St. Moritzer Sees.
Wir hatten für die ganze Tour Halbpension gebucht und so durften wir am Abend in unserem Hotel gleich die ersten regionalen Spezialitäten verkosten. Besonders die Bündner Gerstensuppe fanden wir sehr lecker.

2. Tag: Rundreise bei St. Moritz

Das Wetter hat es wirklich gut mit uns gemeint und so durften wir bei strahlend blauem Himmel ins Landesinnere radeln. Beim Malojapass im Schweizer Engadin findet der Inn seinen Ursprung und ist eher noch ein kleiner Bach als ein Fluss.
Gleich vier Seen befinden sich zwischen St. Moritz und Maloja, an denen vorbei die gut ausgebauten  Radwege führen, teils asphaltiert, teils mit Schotterbelag. Nur kurz vor Maloja war ein kurzes Stück auf der Hauptstraße zu radeln.
In Maloja angekommen hatten wir Lust noch ein Stück zu wandern und so haben wir unsere Räder abgestellt und haben einen kurzen Spaziergang zum Torre Belvedere unternommen.

Unterwegs haben wir einige Fotos gemacht und uns auch mit der firmeneigenen GoPro Kamera versucht. Das eine oder andere gute Video ist dabei schon herausgekommen!
Anschließend ging es wieder am selben Weg zurück in Richtung St. Moritz, unterwegs haben wir in Sils in einem kleinen Restaurant noch eine Focaccia zu Mittag gegessen.
Die kristallklaren Seen, die aufgrund des hohen Mineralgehaltes wunderbar blau-grün sind, fanden wir dann noch sehr einladend um barfuß ein bisschen durchs Wasser zu waten. Das Wasser war wunderbar erfrischend, um nicht zu sagen eisig, da die Seen bzw. der Inn durch frisches Schmelzwasser von den umliegenden Bergen gespeist werden.
Wieder zurück in unserem Hotel in St. Moritz haben wir uns ein wenig ausgeruht und nach dem Abendessen spielten wir noch die eine oder andere Runde Billard im Hotel.

3. Tag: St. Moritz – Zernez

Nach einem genüsslichen Frühstück haben wir unsere Koffer fertig gepackt und diese noch vor neun Uhr an die Rezeption gestellt.
Wieder im Sattel haben wir St. Moritz verlassen und uns auf dem Weg nach Zernez gemacht. Der Innradweg ist super ausgeschildert, weshalb wir die Karten gar nicht viel genutzt haben, man folgt einfach den rotbraunen Radweg-Schildern. Bei Celerina haben wir kurz die Kirche San Gian besichtigt, der interessanterweise das Dach fehlt, kurz deshalb weil ein paar Minuten später dort die Erstkommunion stattfand.

Mit leichtem auf und ab führte unsere Strecke heute dem noch jungen Inn entlang. Teilweise auch nicht direkt neben dem Fluss, wie man es von einem Flussradweg erwartet, sondern gerne auch mal am Hang nebenan, sodass sich der Fluss dann doch einige Höhenmeter unterhalb befindet.

Im Routenbuch haben wir mehrere Tipps für die Mittagsrast gefunden, da wir jedoch früh dran waren haben wir beschlossen erst etwas später zu Mittag zu essen. In Schanf wurden wir dann doch schon langsam hungrig… leider war das Dort komplett ausgestorben und obwohl Sonntag war, konnten wir niemanden finden. Da kam uns eine ältere Dame entgegen. Auf die Frage, wo denn alle sind, bekamen wir zur Antwort, dass ganz in der Nähe ein Oldtimer-Fest stattfindet und sich heute alles dort versammelt.
Das hörte sich doch gut an! Also sind wir gleich aufgebrochen zum Fest. Dort angekommen gab es jede Menge Oldtimer-Traktoren zu sehen, es spielte eine ortsansässige Band und es gab traditionelle Gerichte zu essen. Wir haben uns gleich unters Volk gemischt und einen Zigeunerspieß verkostet, es hat sich auch die Gelegenheit geboten mit den Schweizern ein bisschen ins Gespräch zu kommen – auch wenn der Dialekt nicht immer leicht zu verstehen war!

Dann ging es wieder weiter per Rad durch wunderschöne naturbelassene Wälder und Wiesen. Bei Ankunft in Zernez warteten unsere Koffer schon auf uns, so dass wir uns gleich frisch machen konnten.
Im Gastgarten des Hotels gab es dann noch das Halbpensions-Menü, den Abschluss machte ein Eisbecher, den wir in den letzten Sonnenstrahlen des Tages sehr genossen haben.

4. Tag: Zernez – Scuol

Gestern hatten wir schon einige Höhenmeter zu meistern. Und auch heute hieß es noch einmal kräftig in die Pedale treten. Morgens haben wir uns beim nahegelegenen Supermarkt noch mit Obst, Getränken und Sonnencreme ausgestattet.
Eigentlich wäre die heutige Strecke zu Beginn noch ein Stück weit flach - es gab jedoch genau heute eine Umleitung aufgrund von Bauarbeiten am Radweg, der uns auf eine doch etwas anspruchsvollere Strecke am Talrand führte, dadurch haben wir einige Höhenmeter mehr radeln müssen. Zum Glück wurden die Anstrengungen mit super Ausblicken belohnt!

Bevor man das Künstlerdorf Guarda erreicht sind einige langgezogene Anstiege zu meistern.  Dort angekommen liest man immer wieder vom Schellen-Ursli, es handelt sich dabei um eine Kindergeschichte die auch verfilmt wurde und dort spielt. In Guarda sind die Häuser künstlerisch bemalt und man kann auch das eine oder andere Kunsthandwerk erstehen.
Nach Guarda folgen nur noch ein paar Anstiege und dann darf man sich auf eine ca. 8 km lange rauschende Abfahrt nach Scuol freuen! Abends haben unsere Wadeln sich die Höhenmeter schon anmerken lassen, weshalb wir nur einen kurzen Spaziergang durch Scuol unternommen haben und ansonsten im Hotel geblieben sind. Ein paar Schwimmzüge im Pool des Hotels und ein Gläschen Wein beim Abendessen bieten sich an.

5. Tag: Scuol – Prutz

Nach einem ausgiebigen Frühstück schwangen wir uns wieder in den Sattel. Scuol verlässt man über eine Brücke und hat dabei noch einmal einen super Ausblick auf die Stadt, sowie auf den nun schon breiteren Fluss Inn!
Überwiegend asphaltiert und eher flach führt die Strecke aus der Schweiz hinaus und dann heißt es willkommen in Österreich! Im Schweizer Teil der Strecke ist der Inn noch sehr unberührt und schlängelt sich wildromantisch durch die Landschaft. Kurz vor Österreich ist der Fluss dann jedoch schon so groß, dass er auch für die Stromerzeugung genutzt werden kann. Bei Martina entsteht daher gerade ein neues Wasserkraftwerk. Voraussetzung für den Bau ist jedoch, dass auch ein neuer Radweg gebaut wird! Da dieser zu unserem Reisezeitpunkt noch nicht fertig gestellt war, mussten wir ein Stück auf der Bundesstraße radeln. Ein kleines Stück führt auch durch eine Galerie bzw. einen kurzen Tunnel. Aber da ist man schnell durch und dann befindet man sich auch schon fast in Österreich!

Wir haben auf der Strecke noch einen kurzen Abstecher zur Grenzfeste Altfinstermünz gemacht und dann hieß es auch schon den nun grünen österreichischen Inn-Radwegschildern zu folgen! Über Pfunds und Ried (dort gibt es einen Badesee wo man bei sonnigem Wetter noch etwas ausspannen kann) kommt man dann auf relativ flacher Strecke nach Prutz.

Im Hotel wurden wir von den Inhabern Edith und Michael sehr herzlich empfangen. Wir haben dann  auch gleich den angebotenen Wäscheservice genutzt und für ein paar Euro unsere Radklamotten waschen lassen – am nächsten Morgen haben wir diese frisch und trocken wieder entgegengenommen, bereit für die nächste Etappe!

6. Tag: Prutz – Imst

In der Schweiz führte der Radweg oft hoch ober dem Inn entlang, mit Blick ins Tal. Nun ist die Strecke doch meist ziemlich nah am Fluss.
Gemütlich radelten wir die heutige Strecke nach Imst. Da unser Hotel in Oberimst liegt mussten wir zuletzt noch einige Höhenmeter zurücklegen. Da wir schon zu Mittag ankamen, waren wir diesmal schneller als unsere Koffer. Wir hatten vergessen in unseren Satteltaschen etwas zu wechseln einzupacken (was immer zu empfehlen wäre) also sind wir in unseren Radklamotten durch Imst spaziert. Direkt in Imst gelangt man in die Rosengartenschlucht, ein faszinierendes Naturschauspiel, das einen Besuch sicherlich wert ist!

Nach unserer Wanderung waren dann auch die Koffer im Hotel angekommen und so haben wir uns geduscht und danach in den Wellnessbereich des Hotels begeben. Es war so gemütlich, dass wir dann im Ruheraum eingeschlafen sind und fast das Abendessen verpasst hätten!

7. Tag: Imst - Innsbruck

Unser Frühstück haben wir auf der Hotelterrasse eingenommen, und somit hatten wir auch gleich einen super Ausblick auf die Fronleichnamsprozession. Trachtenvereine und Musikkapelle hatten sich fein herausgeputzt und marschierten in einem festlichen Umzug mit musikalischer Begleitung zur Kirche.
Fleißig waren wir bisher geradelt und nun erwartete uns schon die letzte Etappe mit Ziel in Innsbruck!
Die ganze Woche hatten wir schönes sonniges Wetter, über das man sich natürlich freut, aber an diesem Tag verlief die Strecke oft ohne schattenspendende Bäume und so war es dann doch sehr heiß! Auch auf dieser Etappe gäbe es einiges zu sehen, wir sind jedoch ohne Stopp durchgeradelt bis nach Innsbruck. Nur zum Mittagessen haben wir einen längeren Halt eingelegt. Aufgrund des Feiertags war in dem Restaurant in dem wir eingekehrt sind einiges los und so haben wir in einem schattigen Plätzchen im Gastgarten etwas länger auf unser Essen gewartet.
Nach stolzen 275 Radkilometern haben wir unser Etappenziel Innsbruck schließlich erreicht.

8. Tag: Heimreise

In Innsbruck ist natürlich vor allem das goldene Dachl ein besonderer Anziehungspunkt. Am Platz davor herrscht auch immer reges Treiben. Und so haben wir unseren letzten Tag genutzt um ein bisschen durch Innsbruck zu bummeln. Da ist uns noch ein Straßenmaler untergekommen, der wirklich talentiert war. Kurzentschlossen haben wir dann zum Abschluss unserer Tour noch ein Bild von uns malen lassen. Eine nette Erinnerung an eine tolle Radtour!

Viele Stunden radeln an der frischen Gebirgsluft mit wunderbaren Ausblicken, tollen Hotels und vielen kulinarischen Köstlichkeiten. Wir haben die Reise wirklich sehr genossen!

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