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Reisebericht: Tauernrunde

Unsere Radreise durch Schluchten, Berge und Wasserfälle
Drei Radfahrer auf einem Schotterweg am Salzachradweg bei Rif, umgeben von grünen Bäumen mit Bergen im Hintergrund.

Es fühlt sich besonders an, direkt vor der Haustür in Obertrum zur Tauernrunde aufzubrechen. Keine lange Anreise, kein Packstress am Bahnhof – wir schwingen uns einfach auf die Räder. Mein Vater, und ich sind auf dem Gravelbike unterwegs, meine Schwester – die uns für eine Tagesetappe begleitet – ebenfalls. Unserer Mama haben wir ein E-Bike organisiert: perfekt, weil sie so mehr schauen, genießen und spontan anhalten kann, während wir das Tempo vorgeben, ohne dass jemand warten muss.

Drei Radfahrer auf einem Schotterweg am Salzachradweg bei Rif, umgeben von grünen Bäumen mit Bergen im Hintergrund.

Es geht los!

Gleich von Anfang an auf unserer individuellen Radreise begleitet uns die Salzach. Wir fahren gemütlich am Wasser entlang, vorbei an Wäldern, den Ortschaften Hallein und Golling und über Schotterpisten. Links und rechts leuchten grüne Wiesen, und doch liegt schon ein Hauch von Herbst in der Luft. Manche Bäume stehen noch im vollen Saft, andere haben bereits die ersten Blätter fallen lassen. Immer näher rücken die Berge, und mit jedem Kilometer steigt die Vorfreude.

Bergauf, aber trotzdem SCHÖN

Irgendwann reicht es nicht mehr, nur locker dahinzugleiten. Die Eurobike on Tour-App hat schon angekündigt, dass der erste Anstieg über den Pass Lueg auf uns wartet. Wir kämpfen uns „drüber“, keuchen, lachen, motivieren uns gegenseitig – und oben angekommen ist der Stolz größer als die Erschöpfung. .

Später führt uns die Strecke an Werfen vorbei, bevor wir nach einer langen ersten Tagesetappe St. Johann im Pongau erreichen Abends sitzen wir zusammen, müde von den Kilometern, essen etwas Stärkendes und tauschen uns über die Eindrücke des Tages aus – ein entspannter Abschluss.

Von der Liechtensteinklamm bis nach Kaprun

Am nächsten Morgen freuen wir uns auf eine kürzere Etappe. Was wir übersehen: die Höhenmeter. Statt langer Geraden geht es ständig auf und ab. Trotzdem ist die Route ein Traum. Kleine Ortschaften, blühende Gärten, bestens ausgebaute Radwege – und mittendrin die berühmte Liechtensteinklamm.

Die Schlucht ist beeindruckend: die Wassermassen, die hier durchströmen und wie sie sich ihren Weg durch das Gestein bahnen. Bei perfektem Wetter leuchten die Farben noch intensiver, das Grün der Moose, das Blau und Weiß des tosenden Wassers. Sicherlich einer meiner Lieblingsplätze auf der ganzen Reise.

Am Ende des Tages rollen wir nach Kaprun, stärken uns bei Pizza und genießen den herrlichen Blick auf das Kitzsteinhorn.

Spiralförmige Metalltreppe in der Liechtensteinklamm mit moosbewachsenen Felswänden und Besuchern unten.

Naturwunder und Genussmomente

Ein weiteres Highlight ist die Fahrt mit der Pinzgauer Lokalbahn. Das kleine Bähnchen tuckert gemütlich durchs Tal, und der eigene Radwaggon wirkt fast wie eine kleine Bühne nur für uns und unsere Räder. Ein Unwetter hat vor ein paar Jahren Teile der einspurigen Strecke weggeschwemmt – weshalb man das letzte Stück bis nach Krimml mit einem Shuttle zurücklegen muss. Auf dem Rückweg sieht man immer wieder, wo die Gleise lagen, oder fährt sogar auf der alten Trasse weiter.

In Krimml zeigt sich die Natur von ihrer spektakulärsten Seite: In drei Stufen stürzt das Wasser in die Tiefe. Wir steigen ein Stück hinauf, um den Anblick aus verschiedenen Perspektiven zu genießen. Der Tag fühlt sich fast wie eine Mischung aus Rad- und Wandertour an – und genau das macht ihn so besonders.

Blick auf die Krimmler Wasserfälle, die über Felsklippen hinabstürzen, eingerahmt von hohen Nadelbäumen in einem nebligen Bergwald.

Wohlverdiente Stärkung am Schluss

Zurück nach Kaprun geht es größtenteils bergab, vorbei an Kühen und durch schattige Wälder. Und wenn nach ein paar Tagen der Hintern zu zwicken beginnt? Dann heißt es: Not macht erfinderisch – freihändig fahren lernen auf den langen Geraden. 😉

Abends gibt’s Kasnockn und ein kühles Pinzga Zwickl – gemütlich zusammensitzen, den Tag Revue passieren lassen und einfach die Ruhe genießen.

Zwei Radfahrer mit Tourenrädern halten auf einem Schotterweg an, um eine braune Kuh zu beobachten, die am Straßenrand ruht. Dichter Wald und blauer Himmel im Hintergrund.

Postkartenpanorama und eiskalte Abkühlung

Ab Tag vier orientiert sich der Tauernradweg an der Saalach, die uns bis fast zum Schluss begleitet. Zwischen grünen Wiesen und bunt gefärbten Bäumen radeln wir dahin – ein ständiges Wechselspiel zwischen Spätsommer und Herbst.

Über Saalfelden am Steinernen Meer haben wir einen richtig schönen Ausblick – die Berge, die Wiesen, der Himmel, einfach ein Anblick, der hängen bleibt. Besonders beeindruckend ist Zell am See – ein Ort, den viele Gäste aus dem arabischen Raum als Paradies beschreiben. Und das kann man verstehen: der türkis schimmernde See, dahinter die Berge – ein Anblick, der sich einprägt.

In Lofer wagen wir das, was man im September eigentlich nicht mehr erwartet: ein Bad im Fluss. Das Wasser der Saalach ist eiskalt, oder wie man auch sagt: zapfig. Doch die Sonne hat trotz Mitte September noch genug Kraft um uns wieder aufzuwärmen und das Gefühl danach ist unschlagbar!

Radfahrer in rosa Jacke macht Pause am Zell am See mit Tourenrädern. Bergpanorama und blauer Himmel im Hintergrund, üppiges Grün am Ufer.

Zurück nach Hause

Am letzten Tag heißt es früh aufstehen, denn der Weg nach Salzburg und weiter zurück nach Obertrum ist lang. In Bad Reichenhall wirft uns kurz ein Platten aus der Bahn, doch dank Notfallset fahren wir nach zehn Minuten weiter, als wäre nichts gewesen.

Dann tauchen vertraute Berge auf: der Untersberg rechts von uns, der Gaisberg in der Ferne. Wir wissen sofort, dass wir Salzburg näherkommen. Die Beine sind müde, die Gesichter sonnengebräunt, die Laune unverändert gut. Ein letztes stärkendes Mittagessen bei meiner Schwester in Salzburg, dann nehmen wir die finale Etappe in Angriff.

Der Antheringer Berg ist noch einmal eine kleine Hürde. Langsam, aber stetig arbeiten wir uns nach oben – und oben angekommen wissen wir: jetzt ist es wirklich nicht mehr weit. Wenige Minuten später stehen wir wieder vor der Haustür – müde, mit sichtlich Farbe im Gesicht, die Räder abgestellt und sehr dankbar für die letzten Tage.

Asphaltierter Radweg durch grüne Wiesen zur Festung Hohensalzburg auf einem Hügel, mit Bergen im Hintergrund unter bewölktem Himmel.
Ausblick Tauernrunde

Fazit

Der Tauernrundweg hat uns alles geschenkt: herausfordernde Anstiege, entspannte Abfahrten, Wasserfälle, Schluchten, gemütliche Abende – und das gute Gefühl, gemeinsam in unserer Heimat unterwegs zu sein.

Mein Lieblingsplatz

Mein Lieblingsplatz auf der Tauernrunde ist die Liechtensteinklamm. Schon früh am Morgen, wenn sich die ersten Lichtstrahlen ihren Weg durch die engen Felsen suchen, liegt eine magische, beinahe mystische Stimmung in der Luft. Wasser zieht mich jedes Mal aufs Neue an – seine Bewegung, seine Kraft, sein Klang und ich könnte ewig zusehen, wie es sich seinen Weg bahnt, und mich völlig darin verlieren. Am Ende der Klamm öffnet sich plötzlich eine Weite, und das Licht, die Sonne und der Wasserfall schenken pure Lebendigkeit.

Drei Radfahrer auf Aussichtsplattform bei Liechtensteinklamm mit hohem Wasserfall an felsiger Klippe im Hintergrund.
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