Reisebericht Alpe-Adria Radweg Teil 2

Von Villach nach Grado mit Verena Sonnenberg

All jene, die unseren RadlerBlog regelmäßig verfolgen, haben mit Sicherheit schon Bekanntschaft mit dieser Dame gemacht: Verena Sonnenberg, Geschäftsleiterin der Eurofun Touristik, überlässt nichts dem Zufall. Als begeisterte Hobbyradlerin lässt sie es sich nicht nehmen, einige unserer Radreisen selbst zu unternehmen. Schließlich muss man doch wissen, was man verkauft. Im Juni letzten Jahres stand sie schon in den Startlöchern, als endlich die Hotels in Österreich wieder öffnen durften. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten radelte sie den ersten Teil des Alpe-Adria Radweges von Salzburg nach Villach und war so begeistert davon, dass es nicht lange dauerte, bis sie schließlich auch den zweiten Teil von Villach bis Grado kennenlernen wollte. Sie sind schon auf die Erzählungen unserer smarten Geschäftsleiterin gespannt? Dann lesen Sie gleich weiter.

Ausblick auf das Ta

Ein planloses Wochenende lag vor mir…

… und im Grunde mag ich das nicht so gerne. Ich habe gerne Pläne und bin noch viel lieber unterwegs. Und als ich an einem Donnerstag Abend im Juli letzten Jahres so überlegte, was ich am Wochenende so machen könnte, überkam es mich wie ein Blitzschlag: Na klar! Ich radle den zweiten Teil des Alpe-Adria Radweges. Ich muss zugeben, der erste Teil von Salzburg nach Villach hat mich wirklich überrascht und gleichzeitig begeistert. Und gerade deswegen war ich neugierig auf den zweiten Teil geworden. Ich rief sofort unseren Radlogistiker an und erkundigte mich, ob wir zufällig noch ein herrenloses Leihrad in Villach stehen hatten, das noch nicht abgeholt wurde. Als er meine Frage bejahte, wusste ich, so soll es sein! Also packte ich erneut meine Satteltasche, kaufte mir online ein Zugticket nach Villach und freute mich über meine Idee und das bevorstehende Wochenende.

Bergpanorama

Spontane Ideen sind oft die besten

Am nächsten Tag kam ich kurz vor Mittag in jener Stadt an, die ich erst vor wenigen Wochen verlassen hatte, als ich den ersten Teil des Alpe-Adria Radweges geradelt war. Der Unterschied: Dieses Mal war ich alleine unterwegs und das Wetter meinte es so richtig gut mit mir. Villach präsentierte sich mir von seiner sonnigsten Seite. Das Leihrad war schnell aufgespürt und so radelte ich, schon kurze Zeit nachdem ich aus dem Zug gestiegen war, an der Drau entlang und ließ Villach hinter mir. Schon bald boten mir die Karawanken ein spektakuläres Bild. Ich muss sagen, ich war wirklich beeindruckt. Es ist unfassbar, wie interessant Berge eine Landschaft machen können. Und schon nach wenigen Kilometern passierte ich die Grenze nach Italien. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man mit dem Fahrrad von einem Land ins nächste fährt – auch wenn man nur ein paar Kilometer dafür radeln musste. Die insgesamt 35 Kilometer bis nach Tarvis waren ganz schnell geradelt und ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen, kurz über den berühmten Ledermarkt von Tarvis zu schlendern, der über die Grenzen von Friaul-Julisch Venetien hinweg bekannt ist.

Radfahren entlang dem Fluss

Beeindruckende Aussichten

Es war wohl doch keine so gute Idee, dem Ledermarkt einen Besuch abzustatten. Denn nun hatte ich mich in eine tolle Lederjacke verliebt, die aber leider keinen Platz in meiner Satteltasche hatte. Mit dem Kopf noch am Markt radelte ich also weiter Richtung Süden. Und was soll ich sagen? Bei diesen Ausblicken war die Jacke ganz schnell wieder vergessen. Hier radelte ich auf einem der spektakulärsten Radwege, die ich je in meinem Leben gesehen hatte. Der Radweg verlief an einer alten, stillgelegten Bahntrasse, auf der linken Seite über dem Tal, entlang. Man konnte das Rad schön laufen lassen weil der Radweg leicht bergab ging. Und so konnte ich die tolle Gegend auf mich wirken lassen. Die steil aufragenden Berggipfel der Karnischen Alpen beeindruckten mich schwer. Und dann kam ich zu einem schneeweißen Flussbett, durch das sich ein Fluss mit türkisgrünem Wasser schlängelte. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Doch es war ein langer Tag und als ich dann gegen 18.00 Uhr in Osopo, nahe Venzone, mein Quartier für die Nacht suchte, war ich schon sehr müde.

Italienisches Abendessen mit einem Glas Wein

Essen wie bei Oma

Sie können sich vorstellen, dass einem nach so einem Tag der Magen gehörig knurrt. Ich esse für mein Leben gern, besonders in Italien. Und als ich das freundliche, alte Gesicht sah, dass mich aus der Küche des Hotels anlächelte, wusste ich sofort: Hier bin ich richtig, denn hier kocht die Oma selbst! Und das ist nie ein Fehler. Und als mir dann ein dampfender Teller voll köstlicher, hausgemachter Pasta mit einem Glas hervorragendem Wein serviert wurde breitete sich in mir wieder mal eine vollkommene Zufriedenheit aus und ich freute mich auf ein gemütliches Bett und natürlich den nächsten Tag!

Innenstadt Udine

Und weiter Richtung Süden

Als ich mich am nächsten Tag auf mein Rad schwang bemerkte ich zwei Dinge schnell: Zum einen fiel mir auf, dass sich ab Venzone Landschaft und Vegetation grundlegend änderten. Mit einem Schlag wurde es mediterraner und italienischer. Was für ein schönes Gefühl. Und zum anderen fiel mir auf, dass der Wein, den ich am Vortag getrunken hatte, aus der Gegend stammen musste, denn ich kam an sehr vielen Weinbergen vorbei. Doch nicht nur die Weinberge machten dieses Landschaftsbild so schön – blühende Sonnenblumenfelder, alte Feigenbäume am Wegesrand und sanfte Hügel erschufen eine stille Harmonie, die ich beobachten durfte und mich zufrieden seufzen ließ. In Udine gönnte ich mir dann eine kurze Pause mit einem frisch aufgebrühten Espresso und einer knusprig-warmen Focaccia. In Italien könnte ich den ganzen Tag essen, geht es Ihnen da nicht ähnlich? Udine ist ein richtiger Hingucker! Ich kannte diese Stadt vorher eigentlich nur von der Durchfahrt, doch ich war noch nie bewusst hier. Mit den vielen kleinen Plätzen und den typischen engen Gassen machte Udine einen wunderschönen Eindruck auf mich und innerlich notierte ich diese Stadt auf meine Liste der Orte, die ich noch unbedingt einmal besuchen möchte.

Blick auf das Meer
Hafen

Auf der Zielgeraden

Ab Udine wurde es dann richtig flach und ich merkte, dass ich auf die Zielgerade eingebogen war. Ich radelte an netten Ortschaften und vielen Äckern und Feldern vorbei. Doch bevor ich nach Grado fuhr, wollte ich unbedingt noch nach Aquileia – eine kleine Stadt mit Ausgrabungsstätten aus der Römerzeit. Das war für mich ein spektakulärer Abschluss. Und als ich mir am Eingang der Ausgrabungsstätte eine herrlich süße Melone gönnte, überlegte ich schon wieder, was ich am Abend wohl essen könnte. Die letzten Kilometer waren dann nur noch ein Katzensprung – plötzlich lag das Meer vor mir. Ich blieb kurz stehen und ließ die Atmosphäre der Lagune mit den vielen kreischenden Möwen auf mich wirken. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man sein Ziel erreicht. Den entzückenden Badeort Grado kannte ich bereits. Ich bin gerne in Grado. Mit den vielen kleinen Restaurants, den Hotels und Häusern im K.u.K Stil und natürlich dem kilometerlangen Sandstrand ist Grado einer meiner Lieblingsorte für einen Wochenendtrip. Und natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, vor der Heimfahrt noch ein paar Stunden am Strand die Seele baumeln zu lassen! Der perfekte Abschluss eines unvergesslichen Wochenendes am Alpe-Adria Radweg!

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