Erlebnisse an Inn & Etsch: Mit dem Rad von Innsbruck nach Bozen

Saskia und Klaus entdecken die Bergwelt Tirols aus der Radperspektive

Ende Mai – zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten – startet für meinen Freund Klaus und mich unser allererstes Radabenteuer durch die Welt der Berge. Als Bergfan stand für mich schnell fest: Eine Radtour durch die Alpen sollte es sein. Abwechslungsreich, mit nicht ganz so vielen Steigungen, denn schließlich wollen wir die Tour ohne E-Bikes schaffen, und möglichst viele Facetten meiner geliebten Alpen wollte ich erleben. Die Radreise von Innsbruck nach Bozen hat alle Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Hat Eindrücke geboten, die man nur erwecken kann, wenn man aus eigener Kraft aktiv in der Landschaft unterwegs ist. Eindrücke, die eigentlich nicht in Worte zu fassen sind. Ich versuche es trotzdem ­– in diesem Reisebericht über meinen abwechslungsreichsten Urlaub, den ich bisher hatte.

Unterwegs im Herzen Tirols

Anreise nach Innsbruck

Schon am Anreisetag ist der mächtige Inn fast unser ständiger Begleiter. Und das wird er für die nächsten zwei Tage auch bleiben. Über die Inntalautobahn steuern wir Innsbruck – die pulsierende Hauptstadt der Alpen – an. Im Gepäck: Ganz viel Vorfreude, Neugier, Abenteuerlust. Das hilft auch über die dunklen Regenwolken und die kalten Temperaturen hinweg, die uns in Innsbruck empfangen. Vor unserem Austria Trend Hotel in Innsbruck erwarten uns bereits unsere Eurobike Leihräder. Die Aufregung steigt! Doch bevor wir morgen früh endlich in die Pedale treten, haben wir uns für heute noch eine kleine Tour durch Innsbruck vorgenommen.

Wir bummeln durch die engen Gässchen der Altstadt, am berühmten Goldenen Dachl vorbei, unternehmen eine Fahrt mit der Hungerburgbahn und spazieren am Inn entlang, der direkt vor unserem Hotel vorbeifließt. Hier können wir morgen früh direkt auf dem Radweg starten. Beim Eurobike-Infogespräch am Abend erfahren wir alle wichtigen Details zu unserer Radreise und machen uns schon mal mit unseren Rädern vertraut. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt – dann ist alles perfekt!

Auf dem Innradweg von Innsbruck über Imst bis nach Landeck

Radspaß auch bei Regen
Wunderbare Strecke durch den Wald

Am Sonntag geht es dann so richtig los. Koffer am Empfang abgegeben – wir radeln ja ohne Gepäck und nur mit unserem Tagesbedarf in unseren Satteltaschen (Herrlich!) – und ab zum Frühstück. Dabei der erwartungsvolle Blick aus dem Fenster: Wie ist das Wetter? Mist! Es regnet. Und zwar Bindfäden. Nicht gerade der erhoffte Start in die 1. Radetappe. Aber wir meistern das! Irgendwann wird die Sonne schon raus kommen. Wie heißt es so schön? Wenn Engel reisen …

So radeln wir die ersten Kilometer auf dem Innradweg bei Regen und gefühlten 10 Grad. Tiefe Wolken hängen über den Berggipfeln und wir konzentrieren uns darauf, erstmal Strecke zu machen. Zeit zum Landschaft genießen bleibt dann später. Wenn die Sonne raus kommt. Hoffentlich! Mein persönliches Highlight am Rande von Innsbruck: Der Radweg führt hier direkt am Rollfeld des Flughafens Innsbruck entlang. Quasi neben dem Radeln kann man die Flugzeuge beim Starten und Landen beobachten. Ziemlich cool! Und das geht auch bei Regen.

Auszeit am Inn
Blick auf die Berge

Und dann … der Regen lässt nach, die Wolken brechen auf und die Sonne kommt raus. Herrliches Licht breitet sich jetzt über dem Inntal aus. Das ehrwürdige Kloster Stams erblicken wir bei blauem Himmel und wir steuern die erste wohlverdiente Rast an. Knapp Dreiviertel der ersten Etappe haben wir geschafft, als sich die Szenerie ändert und der bisher flach verlaufende Flussradweg bergiger wird und nun durch herrlichen Wald, über schmale Brücken und üppige Almwiesen führt. Der Inn gleicht immer mehr einem wilden Gebirgsfluss, der sich seinen Weg tosend durch die Tiroler Berglandschaft bahnt. Wir radeln immer in Sicht- und Hörweite zum Fluss und erreichen nach teils sportlichem Auf und Ab unser Etappenziel Imst – ein wunderschönes Bergdorf auf rund 800 Metern Höhe. Hier empfängt uns das Hotel Zum Hirschen im Oberdorf mit erfrischendem Pool, kleinem Badeteich, herzlicher Gastfreundschaft, urgemütlichen Zimmern und grandioser Küche.

Auch auf der 2. Etappe geht es zunächst für 20 Kilometer teils flach, teils hügelig auf dem Inntalradweg entlang bis nach Landeck. Wir radeln jetzt schon Richtung Schweiz, doch unser Etappenziel für heute ist Italien. In Landeck am Inn müssen wir den öffentlichen Bus nach Nauders erreichen, der uns Richtung Reschenpass bringt. Unsere Räder befördert bequem der Eurobike-Bus inklusive Radanhänger, der direkt am Bahnhof auf uns wartet. Auch hier klappt die Organisation spitzenmäßig!

Unvergesslich: die Tour über den Reschenpass

Radweg Richtung Reschenpass

Rund eine Stunde benötigt der Bus von Landeck nach Nauders und erklimmt dabei stolze 750 Höhenmeter, die wir zum Glück nicht mit dem Rad bewältigen müssen. Wir sagen Tschüss zum Inn und tauchen tief ein in die Hochgebirgswelt Tirols. Nauders ist ein hübsches Bergdorf auf dem Weg zum Reschenpass, das uns heute leider mit tiefdunklen Wolken, Wind, Regen und sogar ein paar Schneeflocken empfängt. Aber auf 1.400 Metern Höhe mitten in den Alpen ist das im Frühsommer nicht ungewöhnlich und gehört auch irgendwie zu diesem Abenteuer Alpenüberquerung per Rad dazu. In Nauders schnappen wir uns wieder unsere Räder – und machen erstmal Rast in einem kleinen Café unweit des Busbahnhofs. Wir lassen die dicken Regenwolken vorbeiziehen und stärken uns für ein ganz besonderes Erlebnis, das wir hier noch gar nicht begreifen können: die Fahrt mit dem Rad über den Reschenpass. Mich überrascht, wie viele Radler hier unterwegs sind, mit Mountainbike, Rennrad, Tandem und riesigem Gepäck. Alle haben das gleiche Ziel: Italien!

Rad am Reschenpass

Die 5 Kilometer und 100 Höhenmeter von Nauders zum Reschenpass sowie die Fahrt über die Grenze nach Italien gehören für uns zu den absoluten Highlights der gesamten Radreise. Der Radweg hier ist ein Traum, durch Almwiesen, vorbei an mächtigen Felsen, schneebedeckten Gipfeln und Kühen mit Kuhglocken. Aber der Moment, als wir mit dem Rad über den 1.508 Meter hohen Pass fahren, uns die ersten Häuser auf italienischer Seite begrüßen, übertrifft einfach alles. Wie oft ist man hier schon mit dem Auto vorbei gefahren, achtlos. Man bemerkt kaum Wind, Sonne oder Regen, schaut aus dem Fenster und ist in Minutenschnelle auf der anderen Seite wieder Richtung Tal. Doch aus eigener Kraft mit dem Fahrrad den Alpenpass zu überschreiten, die Landschaft, den Wind und die Sonne ganz intensiv zu spüren und in der Ferne die mächtigen Felswände zu sehen, die den Reschensee umrahmen, wo es nach wenigen Kilometern wieder steil bergab geht, ist ein Gefühl, das uns für immer in Erinnerung bleiben wird. Wahnsinn! Wir sind in Südtirol! Mit dem Rad! Gestern morgen in Innsbruck gestartet und jetzt radeln wir hinab in das Sehnsuchtsziel Italien.

Oh, du wunderschönes Südtirol

Willkommen im Vinschgau

Geht es Ihnen auch so? Kaum ist man in Bella Italia, fühlt man sich leichter, beschwingter, „urlaubiger“. Mit frischem Wind düsen wir vom Reschenpass hinab Richtung Reschensee. Den See können wir noch nicht erspähen, aber in der Ferne grüßen schon die gewaltigen Felswände, die steil zum Wasser hin abfallen. Was für ein mächtiger Anblick!

Wir entscheiden uns, auf der rechten Seite des Sees entlang zu radeln, da hier die Strecke abseits des Straßenverkehrs auf einem wunderschönen, leicht hügeligen Radweg durch Wiesen und Wälder verläuft. Leider haben wir nicht viel Zeit, eine ausgiebige Pause am See einzulegen und uns den berühmten Kirchturm von Graun anzuschauen, weil uns dunkle Regenwolken im Nacken sitzen.

Und so düsen wir zügig gen Süden, immer den Regen und Wind im Schlepptau. Von der Staumauer des Reschensees, über die der Radweg verläuft, wagen wir einen Blick zurück Richtung Reschenpass. Mächtige Südtiroler Alpengipfel und hübsche Vinschgauer Berdörfer wie St. Valentin und Burgeis begleiten uns bis nach Mals, unserem nächsten Etappenort. Geschafft und glücklich kommen wir in unserem Hotel B&B Hirschen mitten im Dorfzentrum an. Und noch ein Highlight erwartet uns: der grandiose Blick auf das Ortler-Massiv, der sich uns vom Hotelfenster aus bietet. Hach, ich liebe die Berge! Und weil uns heute Abend mal nicht nach Essengehen ist, packen wir spontan unseren Einweggrill aus, den wir in der Satteltasche dabei haben und grillen uns lecker traditionelle Vinschgauer Würstel vom Metzger gegenüber des Hotels.

Etschradweg und Obstplantagen

Radler vor den Toren von Glurns
Radler-Rast in Glurns
Blick über den Lenker in die Südtiroler Bergwelt
Gemütliches Picknick im Wald

Was für ein Tag! Die Sonne scheint und vor uns liegt eine der schönsten Etappen unserer Radtour. Wir starten in Mals, das immerhin noch auf 1.000 Metern Seehöhe liegt, doch mit jedem Kilometer Richtung Meran wird es mediterraner. Man kann sagen, mit jedem abnehmenden Höhenmeter steigt das südländische Flair. Es wird wärmer, sonniger, die Vegetation üppiger, das Lebensgefühl ausgelassener.

Wir radeln Richtung Glurns, wo uns die Etsch begrüßt. Sie wird bis Auer unser fast ständiger Begleiter sein. Hier rauscht sie noch wie ein wilder Bergfluss und führt uns durch traumhafte Orte, Obstplantagen, vorbei an saftig grünen Biotopen und mit freiem Blick auf das gigantische Bergmassiv des Ortler. Besonders begeistert hat uns Glurns mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer – die mittelalterliche Altstadt ist unbedingt einen Besuch wert.

Trauttmansdorffer Thronsessel
Radstopp am Holzstapel
Wunderschöner Radweg bei Mals
Mit dem Rad in Glurns

Eigentlich möchten wir überall in dieser herrlichen Natur Rast machen. Möchten die tollen Aussichten auf die kleinen Kapellen, Burgen und Berge genießen, an denen wir uns gar nicht satt sehen können, möchten für immer in der idyllischen Radbar am Seerosenteich zu Füßen des Schlosses Juval sitzen und das Leben genießen. Doch wir müssen noch ein ganzes Stück weiter bis Meran und so bestaunen wir die fantastische Vinschgauer Landschaft vom Fahrradsattel aus und freuen uns auf die Ankunft in der malerischen Kurstadt Meran. Einen ersten Blick auf die Stadt können wir vom Aussichtspunkt „Trauttmansdorffer Thronsessel“ in Algund bewundern. Von hier geht es in scharfen Serpentinen hinunter ins fruchtbare Meraner Land. Kurz vor Meran verlassen wir die Etsch und biegen ab ans Ufer der Passer, der wir bis zu unserem Hotel direkt im Zentrum Merans folgen. Den Abend lassen wir fröhlich mit anderen Gästen unserer Eurobike-Radreise in einer kleinen Cocktailbar direkt an der rauschenden Passer ausklingen.

Meran – ein Garten Eden wie im Bilderbuch

Im Kurviertel in Meran
Ausblick auf Meran vom Tappeinerweg
Aussicht auf Meran vom Promenadenweg in Dorf Tirol
Meraner Laubengänge am Abend

Waren wir bis jetzt auf unserer Radreise schon von traumhaften Berglandschaften verwöhnt worden, ist Meran ein wahres Fest für die Augen. Da wir heute nicht weiter müssen und uns einen Fahrrad-freien Tag in Meran gönnen, haben wir genug Zeit, in diesen Garten Eden einzutauchen. Einen ganzen Tag in Meran verbringen zu können, war einer der vielen Gründe, warum wir uns für diese Radroute entschieden haben. Wer möchte, kann auch einen Radausflug ins angrenzende Passeiertal unternehmen, der in den Reiseunterlagen als Vorschlag beschrieben ist. Diese Tour heben wir uns auf jeden Fall fürs nächste Mal auf. Doch da ich vorher noch nie in Meran war, wollte ich die Kurstadt gern intensiv erkunden. So haben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel Flora & Suites auf zum Sightseeing-Bummel durch das Kurviertel gemacht, sind am Fluss Passer entlang geschlendert und haben die kleinen Geschäfte in den alten Laubengassen besucht.

Pinie nebst Kirche in Meran
Sessellift von Meran zum Dorf Tirol
Blick auf Schloss Tirol
Südtiroler Knödeltris

Dann ging’s mit dem Sessellift hoch nach Dorf Tirol, von wo aus man einen atemberaubenden Ausblick auf die Kurstadt und das Meraner Umland genießt. Das Flair hier oben ist ganz anders, viel traditioneller. Wir haben eine Wanderung über den schönen Panoramaweg unternommen, vorbei an geschichtsträchtigen Burgen und Kirchen, über den Algunder Waalweg und den Tappeiner Weg wieder zurück ins Zentrum Merans. Überall locken gemütliche Gastgärten mit fantastischer Aussicht und köstlichen Südtiroler Speisen. Wir sind absolut überwältigt von dieser Farbenpracht, Vegetation und landschaftlichen Schönheit, mit der uns Meran empfängt. Eine solche Vielfalt an Blumen und Pflanzen, Parks und Ruhebänken, Ausblicken und Genussplätzen habe ich bisher noch nirgends erlebt. Eine Stadt – eine Gegend – so schön wie gemalt. Meran, wir kommen wieder!

Durch die Weinreben nach Auer

Blick über die Weinberge zum Schloss Sigmundskron
Eurobike-Rad zwischen Weinreben
Etschradweg
Marterl in den Apfelplantagen

Würde man den direkten Radweg von Meran entlang der Etsch nach Bozen nehmen, wäre man nach 30 Kilometern in der Hauptstadt Südtirols. Aber wir radeln einen schönen Umweg über Auer, 20 Kilometer südlich von Bozen, der uns durch sattgrüne Weinhänge, vorbei am malerischen Kalterer See und über tolle Radwege führt. So lernen wir noch einmal andere Facetten Südtirols kennen, dessen Bild immer südländischer und sanfter wird. Hat uns die alpine Landschaft noch bis kurz vor die Tore Merans begleitet, sind wir jetzt endgültig im mediterranen Flair angekommen.

Aus dem linken Augenwinkel erblickt man schon die Silhouette von Bozen, doch das wird erst morgen unser letztes Etappenziel sein. Wir biegen unterhalb der Burg Sigmundskron, die eine von sechs Messner Mountain Museums beherbergt, rechts vom Etschradweg ab Richtung Eppan an der Südtiroler Weinstraße.

Radstopp am Marterl
Radtunnel vor Frangart
Ausfahrt aus dem Radtunnel
Erfrischende Eiskaffeepause
Historische Lok am Etschradweg

Man könnte auch weiter der Etsch folgen und auf direktem Wege nach Auer fahren, aber der Abstecher durch die Weinberge beschenkt uns noch einmal mit schönsten Südtirol-Impressionen. Die Strecke ist deutlich hügeliger und anspruchsvoller als entlang der Etsch, aber dafür auch sehr viel abwechslungsreicher und vollgepackt mit Radel-Highlights.

Los geht’s mit zwei Radtunneln, die direkt hinein in die Weinreben führen. Dann die fröhliche Radstation oberhalb von Frangart, die so einladend ist, dass wir einfach Rast machen müssen und dann der Kalterer See, der eingerahmt von Bergen und Weinplantagen schon einen Vorgeschmack auf den Gardasee versprüht.

Rast an Kathi's Jausenstation inmitten der Apfelplantagen
Kleine Stärkung in Kathi's Jausenstation
Radpause im Liegestuhl in der Radstation in Frangart
Südtiroler Weinstraße
Abendstimmung im Garten des Hotel Kaufmann in Auer

Was ich erst auf Italiens Radwegen kennengelernt habe, sind die kleinen sympathischen Radbars oder auch Radstationen genannt, die direkt an der Radstrecke liegen und wie eine Oase für Radfahrer anmuten. Ein Besuch hier lohnt sich wirklich. Unsere auf der heutigen Etappe hätten idyllischer nicht sein können. Die eine lag mitten in den Apfelplantagen, die andere zwischen den Weinreben – beide direkt am Radweg. Und obwohl sie meist gut besucht sind (heute war in Italien Nationalfeiertag), findet man immer noch ein gemütliches freies Plätzchen.

Vom Kalterer See aus radeln wir wieder Richtung Etsch und erreichen schließlich unser Bio-Hotel Kaufmann im gediegenen Weinort Auer.

Finale in Bozen

Auer ist der südlichste Etappenort unserer Reise, deshalb geht es am letzten Rad-Tag wieder gen Norden nach Bozen. Heute radeln wir den direkten Weg auf dem Etschradweg bis in die Hauptstadt Südtirols. Wer mit E-Bikes reist, kann auch den Abstecher ab Auer über die Montiggler Seen wählen (im Routenbuch beschrieben). Doch für uns sind die teils kräftigen Steigungen auf dieser Tourenvariante etwas zu Kräfte zehrend, denn wir sind noch mit unmotorisierten Rädern unterwegs. So radeln wir entspannt und zügig flach an der Etsch entlang nach Bozen.

Auf der letzten Etappe sind nur noch rund 20 Kilometer zu bewältigen und so erreichen wir die ersten Häuser von Bozen bereits am Mittag. Wir verabschieden uns von der Etsch, wechseln auf den Radweg entlang der Eisack und gelangen so mitten hinein in die pulsierende Südtirol-Metropole. Warum Bozen als Fahrradstadt bezeichnet wird, begreife ich erst jetzt. Bestens ausgebaute Radwege und ein weit verzweigtes Wegenetz mit Radschildern zeigen, welchen Stellenwert hier das Radeln hat. Über den Waltherplatz und die Altstadt erreichen wir unser stattliches Hotel Stiegl Scala am Rande des Zentrums.

Der Waltherplatz in Bozen

Wir haben’s geschafft! Wir sind am Ziel in Bozen! Eine unglaublich abwechslungsreiche, erlebnisstarke und einzigartige Radreise liegt hinter uns. Das müssen wir erstmal sacken lassen! Wehmütig stellen wir unsere Leihräder ab, packen die Satteltaschen aus, die uns die letzte Woche so gute Dienste geleistet haben und machen uns zu Fuß auf den Weg durch die vielen bunten lebhaften Gassen und Laubengänge im Herzen von Bozen. Auch der Himmel scheint zu weinen, dass unsere Radreise vorbei ist – es regnet!

Den Abend lassen wir im gemütlichen Biergarten der Batzen Brauerei ganz in der Nähe von unserem Hotel bei ausgelassener Tiroler Gastlichkeit ausklingen. Das urige Batzenhäusl war einst ein beliebter Künstlertreff und heute ein lebhaftes Wirtshaus mit eigener Brauerei, das vor allem von Einheimischen gern besucht wird.

Herrliches Dolomitenpanorama
Blick auf Bozen aus der Seilbahn

Ciao Italia!

Nun ist er da – der allerletzte Urlaubstag. Da unser Zug zurück nach Innsbruck, wo unser Auto in der Tiefgarage wartet, erst gegen Abend geht, haben wir noch genug Zeit, die Umgebung von Bozen zu erkunden. Stand gestern noch Fahrradfahren auf dem Programm, nehmen wir heute die Rittner Seilbahn, die nur ein paar Gehminuten von unserem Hotel startet und mit der Südtirol Card sogar kostenlos genutzt werden kann. Sie bringt uns nach Oberbozen, wo wir noch einen herrlichen Rundweg durch die Bergwelt des Eisacktals unternehmen und den Blick auf die Dolomiten-Gipfel bestaunen.

Dann heißt es Abschied nehmen. Als wir am Abend in Innsbruck ankommen und wieder vor dem Hotel am Inn stehen, schließt sich der Kreis. Hier sind wir vor einer Woche gestartet. So viele Eindrücke und Erlebnisse, so viele Radkilometer und Herausforderungen liegen dazwischen.

Aus eigener Kraft von Innsbruck nach Bozen geradelt zu sein, ist ein unbeschreibliches Gefühl, das man erst bei der Rückkehr an den Ausgangsort so richtig begreift. Denn dann schließt sich der Kreis. Lediglich den einstündigen Transfer von Landeck nach Nauders haben wir mit dem Bus zurückgelegt, sonst sind wir die gesamte Strecke mit dem Rad unterwegs gewesen. Haben Wind und Wetter hautnah gespürt. Waren jeden Tag in einem anderem Hotel, haben wechselnde Landschaften, Orte, Vegetationen, Aussichten und Menschen erlebt – ein unglaubliches Gefühl und eine unfassbar erlebnisreiche Tour.

 

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Tourencharakter
Mittel
Italien / Österreich

Innsbruck - Bozen

8 Tage | Individuelle Einzeltour