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Reisebericht: Bozen - Venedig sportlich

Mit dem Gravelbike unterwegs auf den schönsten Radwegen
Radfahrer in Gelb sitzt auf Wiese am türkisfarbenen See mit Reiserad. Berge und Bäume rahmen die malerische Seepromenade in Riva.

Viele Wege führen von Bozen nach Venedig und manchmal darf es auch ein kleiner Umweg sein. Auf dieser individuellen Radreise radle ich gemeinsam mit meinem Vater und wir machen einen besonderen Abstecher über Salò am Gardasee. Dabei entdecken wir noch mehr von Norditalien. Auch für unsere Gäste gilt: Wo immer es möglich ist, versuchen wir, persönliche Reisewünsche zu berücksichtigen und die Reise entsprechend anzupassen. Begleiten Sie mich auf meiner Radreise durch den Norden Italiens!

Radfahrer in Gelb sitzt auf Wiese am türkisfarbenen See mit Reiserad. Berge und Bäume rahmen die malerische Seepromenade in Riva.

Von Bozen nach Trient

Los geht's mit der Anreise. Wir fahren über den Brenner nach Südtirol. In Bozen angekommen begrüßen uns nicht nur die ersten Sonnenstrahlen, sondern auch unsere netten Kollegen der Außenstelle. Nach der Gepäckabgabe und einem leckeren italienischen Café von Stationsleiter Stefano schwingen wir uns auf die Räder und rollen zur Eisack, wo wir flussabwärts dem Radweg aus der Stadt folgen.

Mit Blick auf die schneebedeckten Berge meistern wir den kurzen Anstieg nach Kaltern und rollen durch ein Meer aus Weinreben und Obstplantagen, die vor malerischen Ortschaften und dem blau-grünen Kalterer See eine wunderschöne Kulisse schaffen. Bergab geht’s am See vorbei Richtung Etsch. Dort folgen wir dem exzellent ausgebauten Radweg entlang des blauen Bandes durch das unzählige Grün der hiesigen Apfelplantagen, immer der imposanten Salurner Klause entgegen. Die Engstelle mit ihren hoch aufragenden Bergflanken markiert die Sprachgrenze zwischen dem deutschsprachigen Südtirol und dem italienischen Trentino.

Kurz danach kommt uns eine kleine Trinkpause in der Sonne beim Bicigrill gerade recht. Gemütlich radeln wir die letzten Kilometer nach Trento, wo wir den Abend bei Trentiner Schmankerln und einem leckeren Gelato ausklingen lassen.

Von Trient nach Riva

Da es gestern in der Früh recht kühl war, entscheiden wir uns heute nach dem Frühstück, noch einen Spaziergang durch die beeindruckende Altstadt Trentos zu unternehmen. Nach dem ein oder anderen Fotostopp am Hauptbrunnen und in den Gassen steigen wir aufs Rad und rollen am Etschdamm in den Süden, die Berge immer linker und rechter Hand. Vorbei an Rovereto nähern wir uns Mori, wo wir die Etsch verlassen und uns auf den Weg zum Gardasee machen. Vor dem letzten Anstieg am Passo San Giovanni stärken wir uns noch beim Bicigrill mit einem Fruchtsaftcocktail. Dann geht es langsam bergab, zuerst nach Nago und danach noch ein Stück weiter.

Und dann: ein überwältigender Ausblick über den Ort Torbole und den Gardasee, der sich bis zum Horizont erstreckt. Danach geht es hinunter zum Seeufer und entlang der Promenade, auf der wir zahlreiche Wassersportler beobachten können. Aber auch an Land ist einiges los. An einer ruhigen und windstillen Ecke genießen wir die Sonne und den Blick über den See und auf die umliegenden Berge. Ein wahres Postkartenmotiv! Weiter geht es die letzten Meter zum Hotel im Zentrum von Riva del Garda, wo wir den Abend in einem netten Ristorante verbringen und es uns gut gehen lassen.

Von Riva nach Salò

Wir sind die Ersten beim Frühstück und werden gleich am Morgen mit Seeblick verwöhnt. Danach geht es auch schon los. Auf der gegenüberliegenden Seeseite steigt die Sonne hinter den Bergen auf und taucht die beeindruckende Via Ponale, eine alte, in den Fels gehauene Straße, in ein ganz besonderes Licht.

Ein paar Radfahrer und Wanderer haben die gleiche Idee und genießen die famosen Ausblicke über den See. Am Berg entlang und durch Serpentinen führt der Weg stetig bergauf bis zum Ledrosee. Hier oben erwartet uns das nächste herrliche Panorama.

Der Herbst ist hier bereits ein wenig deutlicher zu spüren. Oben an der höchsten Stelle am Passo dell’Ampola angekommen, ist daher erst einmal ein Kleiderwechsel für die Abfahrt angesagt. Kilometerweit geht es nun wieder bergab ins Tal und Richtung Idrosee, der sich um die Mittagszeit perfekt für eine Pause am Ufer anbietet.

Nach einer kleinen Stärkung fahren wir mit tollen Ausblicken am neu angelegten See-Radweg nach Anfo. Am Ende des Idrosees angekommen geht es tendenziell bergab, bis wir unseren Zielort Salò direkt am Gardasee erreichen.

Am späten Nachmittag schlendern wir noch über die schöne Promenade, bevor es heißt, die wohlverdiente italienische Küche zu genießen und den Abend langsam ausklingen zu lassen.

Radfahrer in gelbem Trikot auf der malerischen Strada del Ponale, die in die Felswand über dem Gardasee gehauen ist, mit Bergen im Hintergrund.

Von Salò nach Verona

Zu Beginn der Etappe rollen wir durch die Bucht von Salò und versorgen uns noch mit Proviant für die heutige Etappe. Noch in der Stadt beginnt ein längerer Anstieg. So verlassen wir den See und begeben uns in die wunderschöne Umgebung.

Oben angekommen radeln wir im ständigen Auf und Ab durch Weinreben und Wälder, vorbei an kleinen Ortschaften und immer wieder mit schönen Blicken in Richtung See. Die Kilometer verfliegen und so erreichen wir recht schnell Desenzano, an dem wir heute allerdings vorbeifahren.

Auf schönen Radwegen geht es zum Torre di San Martino, wo wir natürlich einen kurzen Fotostopp einlegen, und weiter nach Ponti sul Mincio mit seinem schönen Castello. Am Fluss Mincio folgen wir für ein paar Kilometer dem Radweg, bevor es leicht hügelig durch die Landschaft des Veneto nach Verona geht.

Am Nachmittag erkunden wir zu Fuß einige Sehenswürdigkeiten wie das Castelvecchio, die berühmte Arena und die Gassen der Altstadt.

Antikes römisches Amphitheater Arena di Verona mit charakteristischen Bögen und roten Toren. Touristen spazieren über den Kopfsteinpflasterplatz davor.

Von Verona nach Vicenza

Bevor wir die Stadt von Romeo und Julia verlassen, fahren wir noch einmal zur berühmten Arena. Danach sind wir schnell raus aus der Stadt und auf ruhigen Nebenstraßen unterwegs.

Noch einmal geht es ein kurzes Stück entlang der Etsch und anschließend durch die typisch venezianische Landschaft, linker Hand immer wieder mit schönen Blicken auf die Berge. Zur Halbzeit legen wir einen etwas längeren Stopp im mittelalterlichen Soave ein, inklusive ein paar italienischer Köstlichkeiten aus einer traditionellen Forneria.

Gut gestärkt radeln wir dem Schlussanstieg kurz vor Vicenza entgegen. In Brendola stoppen wir noch kurz, um einen Blick auf ein professionelles Radrennen zu werfen. Danach geht es hochmotiviert bergauf in die Monte Berici.

Bei der Abfahrt können wir natürlich nicht an der Basilika Santa Maria di Monte Berico vorbeifahren und genießen die tolle Aussicht über Vicenza und seine Prachtbauten. Am Abend schlendern wir noch in die Innenstadt, wo wir den Tag bei einem guten Essen gemütlich ausklingen lassen.

Radfahrer in gelb-grauer Kleidung mit Tourenrad und gelben Taschen hält an Steinmauer-Aussichtspunkt mit Blick auf italienische Hügel mit Villen.

Von Vicenza nach Venedig

Direkt nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Die Etappe ist mit 85 Kilometern angegeben und zum Abschluss wollen wir schließlich auch Venedig noch einen Besuch abstatten.

Somit fahren wir recht flott weiter Richtung Südosten, immer durch die flache Ebene Abano entgegen und weiter vorbei an Padua bis zu unserer Mittagsrast an einer netten, sonnigen Picknickstelle direkt am Radweg. Hier haben wir bereits zwei Drittel der heutigen Radstrecke geschafft!

Weiter geht’s und am Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Mestre. Kurz duschen, Tram-Ticket kaufen und ab nach Venedig! Zu Fuß geht es durch die Gassen und über die Kanäle zur Rialtobrücke und weiter zum Markusplatz.

Aufgrund der vielen Besucher auf der Insel lassen wir den Abend schließlich im Zentrum von Mestre bei Pizza und Pasta gemütlich ausklingen. Am nächsten Tag geht es dann auch schon wieder nach Hause.

Gondel mit Passagieren auf dem Canal Grande in Venedig, mit der historischen Rialtobrücke und traditionellen Gebäuden unter blauem Himmel.
Blick entlang des Canal Grande in Venedig mit Booten, historischen Palästen an beiden Seiten und der Kuppel der Kirche Santa Maria della Salute.

Fazit

Von Bozen nach Venedig mal anders - Schon seit Jahren wollte ich eine unserer schönsten und vielfältigsten Radtouren in Italien kennenlernen und von Südtirol nach Venetien radeln.

Als Produktmanager bin ich immer daran interessiert möglichst viele unserer Radkilometer zu „erfahren“ und daher habe ich mich bewusst dafür entschieden auf die Gardaseeschifffahrt von Riva del Garda nach Desenzano zu verzichten und stattdessen unsere Etappen von der Radreise „Rund um den Gardasee“ westlich des Sees zu erkunden und den See zu umradeln. Mein Fazit ist, dass es die richtige Entscheidung war mir das Nachbartal mit Idro- und Ledrosee anzuschauen, da die Reise dadurch noch vielfältiger wurde und wir eine weitere Übernachtung am Gardasee in Salò genießen konnten.

 

Mein Lieblingsplatz

Mein Lieblingsplatz ist die alte Via Ponale. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die in den Fels gehauene Straße über dem Gardasee in goldenes Morgenlicht. Vom Hafen in Riva geht es zunächst ein paar Meter entlang der Promenade, bevor der Anstieg beginnt. Nur vereinzelt sind Wanderer und Radfahrer unterwegs. So können wir die Stille und die überwältigenden Ausblicke über den See in aller Ruhe genießen. Ein wahrhaft schöner Moment!

Radfahrer in gelbem Trikot auf der Strada del Ponale, einem malerischen Weg in die Klippe über dem Gardasee mit Bergen im Hintergrund.
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